„Celler Scene“

Wissen, was los ist ...

BUCHBESPRECHUNGEN
im Jahr 2013



(Abb.: N. N.)


 Rezensionen von Martin Banger 


„Abgeschnitten“
von Sebastian Fitzek und Michael Tsokos

Rechtsmediziner Paul Herzfeld untersucht in Berlin die Leiche einer ermordeten Frau und findet in deren Mundhöhle eine Kapsel, die ein StĂŒck Papier mit einer Telefonnummer enthĂ€lt. Als er diese Nummer wĂ€hlt, muss er erfahren, dass seine Tochter Hannah entfĂŒhrt wurde und sich in großer Gefahr befindet. Zur gleichen Zeit stĂ¶ĂŸt auch die Comic-Zeichnerin Linda am Strand von Helgoland auf eine Leiche. Linda hat sich auf die Insel zurĂŒckgezogen, um ihrem ehemaligen Freund zu entkommen, einem Psychopathen, der sie seit langem belĂ€stigt und ihr stĂ€ndig folgt. Neben dem Toten liegt eine Handtasche, die nichts außer einem Handy enthĂ€lt. Linda wĂ€hlt die einzige gespeicherte Nummer, und am anderen Ende nimmt Herzfeld ab. Dem ist sofort klar, dass der Mörder eine Art Schnitzeljagd mit ihm spielt, und dass die zweite Leiche ebenfalls Hinweise auf den Verbleib seiner Tochter bei sich tragen muss. Da vor Helgoland ein schwerer Orkan aufzieht, gibt es fĂŒr ihn allerdings keine Möglichkeit, auf die Insel zu gelangen. Es sieht dennoch eine Chance, an die Informationen zu kommen: Linda, eine der wenigen Personen, die auf der Insel geblieben sind, muss die Leiche sezieren. Die Anweisungen will Herzfeld ihr per Telefon durchgeben. FĂŒr beide ist dies erst der Beginn eines Horror-Trips ...

Sebastian Fitzek / Michael Tsokos: Abgeschnitten.
Droemer, 400 Seiten, 19,99 €.


„Abrechnung“
von Petros Markaris

Ein Fall fĂŒr Kostas Charitos

Petros Markaris gehört zu den bekanntesten Schriftstellern Griechenlands. Seine Romane um Kommissar Kostas Charitos wurden vielfach ausgezeichnet. Der nun achte Fall des Athener Ermittlers spielt in der nahen Zukunft und beginnt in der Neujahrsnacht 2014. In Griechenland, Spanien und Italien feiert man den Austritt aus dem Euro; die Drachme ist wieder WĂ€hrungseinheit in Griechenland. Doch fĂŒr die notleidende Bevölkerung gibt es wenig Grund zur Freude. In den ersten drei Monaten des Jahres werden weder Löhne noch Renten ausgezahlt, und niemand weiß, ob diese Frist dann wirklich endet. Auch Charitos Familie leidet unter der Gehaltssperre, und wĂ€hrend der Kommissar in einer Reihe ungeklĂ€rter Morde ermittelt, kĂŒmmert sich seine Frau Adriani um die Familie, indem sie mit dem, was ihnen zur VerfĂŒgung steht, fĂŒr alle zusammen kocht. In Athen kommt es weiterhin zu Massendemonstrationen und Verbrechen aus Not, aber auch zu vielfĂ€ltigen Formen von Nachbarschaftshilfe und spontanen sozialen AktivitĂ€ten. Charitos ist unterdessen einem Mörder auf der Spur, der seine Taten mit „Brot, Bildung, Freiheit“ unterzeichnet, einer der Parolen der Studentenbewegung in der Zeit der MilitĂ€rdiktatur. ZunĂ€chst geht man von einem rechtsextremen Hintergrund aus – ein Verdacht, der sich schon bald als unhaltbar erweist ...

Petros Markaris: Abrechnung.
Diogenes, 311 Seiten, 22,90 €.


„Alle Wege fĂŒhren nach Morden“
von Christiane GĂŒth

Trixi Gellert arbeitet als Aushilfe in einem Verlag, der ReisefĂŒhrer herausgibt. Gern wĂŒrde sie eine feste Anstellung erhalten, doch dem Verlag geht es wirtschaftlich nicht so gut. Um ihr Engagement zu beweisen, trĂ€gt sie das Konzept eines neuen ReisefĂŒhrers fĂŒr Norderney vor. Dass die Idee begeistert aufgenommen wĂŒrde, damit hatte sie nicht gerechnet. Nun soll sie vor Ort Recherchen anstellen, doch was sich zunĂ€chst nach bezahltem Urlaub anhört, entpuppt sich schnell als nerviger Auftrag mit allerlei HĂŒrden. Als erstes wird ihr der schlechtgelaunte Kollege Robert von Gendt an die Seite gestellt, dessen Gesellschaft sie bisher gern gemieden hat. Dann ist ihr Programm so vollgepackt, dass an sonnenbaden am Strand gar nicht zu denken ist. Kaum auf Norderney angekommen stĂ¶ĂŸt sie auf Leiche einer Ökoaktivistin, und schon bald gibt es einen weiteren Mord in ihrem Umfeld. Die Arbeiten an ihrem Projekt verzögern sich zusehends, und dann gibt es noch ein weiteres kleines Problem: die Idee fĂŒr den ReisefĂŒhrer stammt gar nicht von ihr, sondern von ihrer pubertierenden Nichte Rachel, die sich damit in dem Verlag fĂŒr ein Praktikum bewerben wollte.

Christiane GĂŒth: Alle Wege fĂŒhren nach Morden.
Ullstein, 320 Seiten, 8,99 €.


„Am Freitag schwarz“
von Michael Sears

Der ehemalige Börsenmakler Jason Stafford saß zwei Jahre wegen unlauterer Finanztransaktionen im GefĂ€ngnis. Durch Buchungstricks hatte er die Gewinne seiner Abteilung maximiert und flog damit auf. Nach seiner Entlassung reist er, obwohl er damit gegen die BewĂ€hrungsauflagen verstĂ¶ĂŸt, zu seiner Schwiegermutter in den SĂŒden, die sich wĂ€hrend seiner Haft um seinen Sohn Kid gekĂŒmmert hat. Jason hatte nichts davon gewusst, dass Kid Autist ist – er nimmt ihn mit nach New York und besorgt ihm dort einen Platz an einer Spezialschule. Vor seiner Reise hatte er von einem Finanz-Investor einen ungewöhnlichen Auftrag angeboten bekommen, der ganz auf seine FĂ€higkeiten zugeschnitten scheint: Ein junger Trader, der angeblich bei einem Bootsunfall ums Leben gekommen ist, hat im großen Maßstab betrĂŒgerische GeschĂ€fte betrieben. Jason soll mit seinem Spezialwissen Licht in die Sache bringen. Da er dringend Geld benötigt, um seinen Sohn zu fördern, nimmt er den Auftrag an. Dass er Kid damit in grĂ¶ĂŸte Gefahr bringt, kann er nicht ahnen, auch nicht, warum sich das „FBI“ plötzlich so sehr fĂŒr ihn interessiert.

Michael Sears: Am Freitag schwarz.
DTV, 432 Seiten, 9,95 €.


„Antoine de Saint-ExupĂ©ry“
von Alain Vircondelet

Sein Leben in Bildern und Dokumenten

Er wurde berĂŒhmt als Flieger und als Schriftsteller, war Journalist und Werbebeauftragter, hielt 1935 per Flugzeug eine Vortragsreise rund ums Mittelmeer und bekam fĂŒr die Rettung von insgesamt 14 verunglĂŒckten Piloten den höchsten Orden Frankreichs verliehen, der an Zivilisten vergeben wird. Seine Werke wurden welbekannt, „Der Kleine Prinz“ gehört mit ĂŒber 80 Millionen Exemplaren zu den meistverkauften BĂŒchern aller Zeiten. Antoine de Saint-ExupĂ©rys Leben verlief so ungewöhnlich, wie viele seiner ErzĂ€hlungen. Nach eigenen Aussagen sah sich der erfolgreiche Autor als einen nebenbei schriftstellernden Berufspiloten, der davon trĂ€umte, ein einfacher GĂ€rtner zu sein. Antoine de Saint-ExupĂ©ry schien vielen Bestimmungen zu folgen. Dieser reich illustrierte Band versucht, sein abwechslungsreiches Leben nachzuzeichnen. Der erfolgreiche Biograph Alain Vircondelet lĂ€dt uns ein auf eine Entdeckungsreise durch das Leben Saint-ExupĂ©rys. Er nĂ€hert sich dem literarischen Genie auf vielen Wegen; mit Fotos, Manuskriptseiten und anderen einzigartigen Zeitdokumenten, die ĂŒberwiegend aus dem Archiv von Consuelo de Saint-ExupĂ©ry stammen, der Frau des Schriftstellers. Im Stil eines privaten Photo-Albums mit begleitenden Texten widmen sich sieben Kapitel den verschiedenen Abschnitten des Lebens Saint-ExupĂ©rys – von seiner Kindheit bis zu seinem immer noch rĂ€tselhaften Tod. Vircondelet ist es gelungen, den Mythos Saint-ExupĂ©ry zu lĂŒften, ohne ihm seine Magie zu nehmen.

Alain Vircondelet: Antoine de Saint-Exupéry.
Edition Olms, 192 Seiten, 39,95 €.


„Balthasar's VermĂ€chtnis“
von Charlotte Otter

Magdalena Cloete, genannt Maggie, ist Kriminalreporterin in der sĂŒdafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal und arbeitet dort fĂŒr die lokale Tageszeitung der Hauptstadt Pietermaritzburg. Eines Tages erhĂ€lt sie einen Anruf von Balthasar Meiring, der sie dazu bewegen möchte, sich mit einem laufenden Gerichtsverfahren zu befassen, in dem es seiner Meinung nach einige Ungereimtheiten gibt. Maggie wimmelt Meiring ab, da die Angelegenheit nicht in ihr Ressort passt. Das allerdings Ă€ndert sich schnell, als Balthasar Meiring wenige Tage spĂ€ter auf der Schwelle des AIDS-Hilfe-Zentrums erschossen wird. Die Tat wird als unbedeutender Raubmord eingeschĂ€tzt, doch Maggie entschließt sich, eigene Recherchen anzustellen. Sie befasst sich nun doch mit dem betreffenden Prozess, in dem ein Arzt angeklagt ist, einfache Vitaminpillen als Heilmittel gegen Aids verkauft zu haben. Derartige FĂ€lle sind nicht selten in ihrem Land, doch dieser scheint einige besondere Verwicklungen mit sich zu bringen. Maggie stĂ¶ĂŸt auf Spuren, die in politische Kreise fĂŒhren, und bringt sich selbst damit in höchste Gefahr. Der in Deutschland lebenden sĂŒdafrikanischen Autorin ist ein temporeicher Polit-Thriller gelungen, der die Gewalt, den Machtmissbrauch und den Umgang mit AIDS-Opfern in ihrer Heimat thematisiert.

Charlotte Otter: Balthasar's VermÀchtnis.
Argument Verlag, 256 Seiten, 13,00 €.


„Bis es dunkel wird“
von Kevin Brooks

Nach „Schlafende Geister“ nun der zweite Roman um den Privatdetektiv John Craine. Der Ermittler ist durch die zurĂŒckliegenden Ereignisse ausgebrannt und beschließt, fĂŒr eine Weile nach Hale Island zu gehen, wo er als Kind oft mit seinen Eltern die Wochenenden verbracht hat. Das alte Hotel, das er von frĂŒher kennt, ist schon halb verfallen, doch John hatte ohnehin nicht vor, hier nur Urlaub zu machen. Als sein Vater sich vor 19 Jahren umbrachte, hatte der ein VerhĂ€ltnis mit einer jungen Frau, Serina Mayo, die jetzt mit ihrer 19-jĂ€hrigen Tochter Robyn in der NĂ€he von Hale Island lebt. Jetzt möchte John herausfinden, ob sie seine Halbschwester ist. Als erstes muss er feststellen, dass Robyn ein Junkie ist – er kennt die Symptome nur zu gut, da er seit dem Tod seiner Frau selbst gelegentlich Drogen nimmt. Auf einem seiner StrandspaziergĂ€nge entdeckt John in einem alten Bunker die Leiche einer jungen Frau. Er alarmiert die Polizei, doch als die eintrifft, ist die Tote verschwunden. Der Fall ist nicht nur mysteriös, sondern wird nach kurzer Zeit auch immer gefĂ€hrlicher.

Kevin Brooks: Bis es dunkel wird.
DTV, 400 Seiten, 9,95 €.


„Bruder Kemal“
von Jakob Arjouni

Der Frankfurter Privatdetektiv Kayankaya ist zurĂŒck und ĂŒbernimmt gleich zwei FĂ€lle, die er fĂŒr so unbedeutend hĂ€lt, dass er meint, sie nebenbei erledigen zu können. Doch die Dinge entwickeln sich in beiden Angelegenheiten völlig anders als erwartet. Den ersten Auftrag erhĂ€lt er von einer reichen Bankierstochter, die sein kleines BĂŒro in einer heruntergekommen Gegend in der NĂ€he des Hauptbahnhofs aufsucht. Marieke, die sechzehnjĂ€hrige Tochter der Dame, ist verschwunden, vermutlich ist sie bei einem Ă€lteren Mann untergetaucht, um sich an ihren Eltern zu rĂ€chen. Kemal sieht kein besonderes Problem in dem Fall und sagt zu, das MĂ€dchen ausfindig zu machen. Zur gleichen Zeit bittet man ihn, auf der Frankfurter Buchmesse den Personenschutz fĂŒr einen marokkanischen Schriftsteller zu ĂŒbernehmen, der ein Buch veröffentlicht hat, das religiöse Fanatiker verĂ€rgern könnte. Beide FĂ€lle entpuppen sich schon bald darauf als reichlich riskant, Kemal bekommt es mit Islamisten zu tun, mit Mord, Vergewaltigung und EntfĂŒhrung, und er gerĂ€t sogar selbst in den Verdacht, ein Auftragskiller zu sein.

Jakob Arjouni: Bruder Kemal.
Diogenes, 225 Seiten, 19,90 €.


„Chef Ramzi's Arabisches Kochbuch“
von Ramzi Coueiry

Ramzi Coueiry, auch ‚Chef Ramzi‘ genannt, ist in Deutschland nur wenigen bekannt. Und das, obwohl ‚Chef Ramzi‘ als berĂŒhmtester Koch Arabiens gilt. Seine Koch-Show beim libanesischen Sender „Mustaqbal TV“ wird ĂŒber Satellit in die ganze Welt ĂŒbertragen und von zehn Millionen Menschen weltweit gesehen. TĂ€glich. Dieses Kochbuch, das nun erstmals in deutscher Übersetzung vorliegt, erhielt in der französischen Ausgabe den Preis „Bestes arabisches Kochbuch der Welt“. Coueiry absolvierte seine Ausbildung im berĂŒhmten Restaurant „La MinaudiĂšre“ in Lyon und ging anschließend in die Lehre des renommierten Konditors Bernard Moine. Nach den Wirren des BĂŒrgerkrieges kehrte er in den Libanon zurĂŒck und ĂŒbernahm die Leitung einer Gastronomie-Fachschule, in der mehrere hundert Jugendliche aus armen libanesischen Familien zu Köchen, Kellnern und Konditoren ausgebildet werden. Chef Ramzis Buch umfasst nicht nur traditionelle Rezepte aus allen Regionen Libanons, sondern auch aus den Nachbarstaaten. Es ist gegliedert in Vorspeisen (Mezzeh), Hackfleischgerichte (Kibbeh), Hauptspeisen und SĂŒĂŸspeisen und GebĂ€ck. Auch wenn Fleischgerichte hier eine deutliche Rolle spielen, kommen Vegetarier nicht zu kurz. Alle Rezepte in diesem Ă€sthetisch gestalteten Werk sind zweisprachig aufgefĂŒhrt, auf Deutsch und auf Arabisch. Nebenbei erfĂ€hrt der Leser Wissenswertes ĂŒber den Libanon, seine Menschen und seine Geschichte.

Ramzi Coueiry: Chef Ramzi's Arabisches Kochbuch.
Verlag Olms, 165 Seiten, 29,80 €.


„Das dritte Licht“
von Claire Keegan

An einem heißen Sommertag, gleich nach der FrĂŒhmesse, liefert ein Vater seine kleine Tochter bei entfernten Verwandten auf einer Farm im tiefsten Wexford ab. Seine Frau ist schon wieder schwanger, das Leben auf dem Land hart, das Geld wie immer knapp. Der Vater hat keine glĂŒckliche Hand fĂŒr die Landwirtschaft und nimmt es auch mit der Wahrheit nicht zu genau. Sollen die kinderlosen Kinsellas die Kleine ruhig so lange dabehalten, wie sie wollen. So findet sich das MĂ€dchen an einem seltsam fremden Ort wieder: Hier gibt es Milch und Rhabarber und Zuwendung im Überfluss. Sie ist ĂŒberrascht, dass sie nicht auf dem Feld arbeiten muss, darĂŒber, wie freundlich man mir ihr umgeht und dass es neue Kleider gibt. Zum ersten Mal wird ihr bewusst, wie liebevoll es in anderen Familien aussehen kann. Doch etwas scheint die Stimmung in ihrer Pflegefamilie zu ĂŒberschatten, ein Geheimnis, das lange zurĂŒck liegen muss. Aus GesprĂ€chen mit den Nachbarn erfĂ€hrt das MĂ€dchen, dass das Ehepaar einen Sohn hatte, der im Brunnen ertrunken ist. Das dritte Licht ist eine außerordentlich bewegende Geschichte darĂŒber, was ein Kind zum Leben braucht.

Claire Keegan: Das dritte Licht.
Steidl, 96 Seiten, 16,00 €.


„Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte“
von Peter Heller

Ein Supervirus hat einen Großteil der Menschheit vernichtet, eine darauf folgende Blutkrankheit sorgt fĂŒr die weitere Dezimierung des Lebens auf der Erde. Auch viele Tierarten sind bedroht oder lĂ€ngst verschwunden. Zu den wenigen Überlebenden gehört Big Hig, der auf dem Hangar eines verwilderten Flughafens lebt und mit einer uralten Cessna tĂ€glich einige Kontrollrunden fliegt, seinen Hund Jaspar als treuen Begleiter immer dabei. Big Hig's einziger Nachbar ist Bangley, ein alter Waffennarr, der diejenigen PlĂŒnderer verjagt, die Big Hig aus der Luft ausmacht. Meist ist keine Gefahr in Sicht und Big Hig angelt und jagt in den nahen WĂ€ldern. Und er trĂ€umt von der Vergangenheit, von der Zeit mit seiner Frau und seiner Familie. Doch es gibt noch etwas anderes, dass ihn seit Langem beschĂ€ftigt: Vor Jahren fing er ein Funksignal von einem weit entfernt gelegenen Flughafen auf, und ihn lĂ€sst der Gedanke nicht los, dass sich außerhalb seiner kleinen Welt noch zivilisiertes Leben befinden könnte. Schließlich macht er sich auf die Reise ohne RĂŒckkehrgarantie – sein Treibstoff reicht nur fĂŒr den Hinweg zu dem anderen Flughafen. Doch bereits auf halber Strecke macht er eine Entdeckung, mit der er nie hĂ€tte rechnen können ...

Peter Heller: Das Ende der Sterne, wie Big Hig sie kannte.
Eichborn, 320 Seiten, 19,99 €.


„Das Ende der Welt“
von Sara Gran

Im zweiten Roman um die unkonventionelle Claire DeWitt muss sich die koksende und kiffende Detektivin mit einem Fall befassen, der ihr persönlich sehr nahe geht. Ihr Ex-Freund Paul wurde in seiner Wohnung erschossen aufgefunden, und alles sieht nach einem Raubmord aus. Erstaunlicherweise scheint Paul's Ehefrau Lydia der Tod ihres Mannes weit weniger mitzunehmen. Claire durchsucht Paul's Haus, es macht sie stutzig, dass die fĂŒnf Gitarren des Musikers verschwunden sind. Sie setzt alles daran, Licht in die Angelegenheit zu bringen und macht auch vor Traumdeutungen nicht halt. Vor allem aber muss Claire feststellen, dass sie weit mehr an Paul gehangen hat, als sie sich bisher eingestehen mochte, und das trĂ€gt nicht gerade dazu bei, ihren Drogenkonsum zu drosseln. Dass sie sich lĂ€ngst in ganz anderen Schwierigkeiten befindet, ahnt sie noch nicht ...

Sara Gran: Das Ende der Welt.
Droemer, 368 Seiten, 14,99 Euro. €.


„Das Rad der Ewigkeit“
von Tibor Rode

Patentanwalt Robert Weber erhĂ€lt von einem Unbekannten Druckplatten aus dem 18. Jahrhundert zugespielt. Der Text auf diesen Platten handelt von der Möglichkeit, unbegrenzt Energie zu erzeugen, doch sind wesentliche Teile der Botschaft verschlĂŒsselt. Zusammen mit der Buchrestauratorin Julia Wall macht sich Weber daran, die geheimnisvollen Symbole zu deuten und muss schon bald feststellen, dass jemand dies mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Ein zweiter Handlungsstrang spielt dreihundert Jahre zuvor: Der MĂŒhlenbauer Johann Bessler, auch bekannt als Orffyreus, glaubt, eine Maschine erfunden zu haben, die unendliche Energie liefert. Mit seiner Behauptung bringt er die Wissenschaftler der Royal Society gegen sich auf, die unter dem Vorsitz von Isaac Newton gegen Orffyreus Stellung bezieht und seine Erfindung verunglimpft. Schließlich war es Newton, der Jahre zuvor behauptet hatte, eine derartige Apparatur sei unmöglich. Orffyreus fĂŒrchtet um sein Leben und verschlĂŒsselt die Technik seines „Bessler-Rades“ auf den erwĂ€hnten Druckplatten. Auch Robert Weber und Julia Wall mĂŒssen feststellen, dass ihre Gegenspieler vor keinen Mitteln zurĂŒckschrecken. Beide HandlungsstrĂ€nge besitzen bereits ihre eigene große Spannung, durch das Wechseln der zeitlichen Perspektive wird die Gesamtspannung des Romans sogar noch gesteigert.

Tibor Rode: Das Rad der Ewigkeit.
Bastei-LĂŒbbe, 592 Seiten, 19,99 Euro. €.


„Das Washington-Dekret“
von Jussi Adler-Olsen

Bruce Jansen, der neugewĂ€hlte amerikanische PrĂ€sident, ist noch nicht vereidigt worden, da wird seine schwangere Frau Opfer eines Attentats. Auch das ungeborene Kind kann nicht gerettet werden. Ein angeblich geistig Verwirrter gab die SchĂŒsse auf die Frau des demokratischen Senators ab, der Mann selbst stirbt dabei unter ungeklĂ€rten UmstĂ€nden. Jansen gerĂ€t in eine tiefe Krise – 16 Jahre zuvor hatte er bereits seine erste Frau bei einem Attentat verloren. Unter dem Schock der Ereignisse trifft er schwerwiegende Entscheidungen: Das von ihm erlassene „Washington-Dekret“ versetzt das Land in den Ausnahmezustand. Die Pressefreiheit wird aufgehoben, die Todesstrafe immer hĂ€ufiger durchgesetzt, WaffenverkĂ€ufe sind verboten. Die USA sind zu einem totalitĂ€ren Staat geworden, es herrschen bĂŒrgerkriegsĂ€hnliche ZustĂ€nde. WĂ€hrenddessen sitzt der vermutete Auftraggeber des Attentats, ein schwerreicher Hotelier, im GefĂ€ngnis und wartet auf die Vollstreckung der Todesstrafe. Seine Tochter, Doggi Rogers, arbeitet fĂŒr den PrĂ€sidenten und ist von der Unschuld ihres Vaters ĂŒberzeugt. Um seine Hinrichtung zu verhindern, setzt sie alles in Bewegung, um den HintergrĂŒnden des Attentates auf die Spur zu kommen. Dabei stĂ¶ĂŸt sie auf Verbindungen, die auf eine unvorstellbare Verschwörung deuten. Obwohl ihr eigenes Leben auf dem Spiel steht, lĂ€sst sie sich nicht von ihrem Vorhaben abbringen.

Jussi Adler-Olsen: Das Washington-Dekret.
DTV, 656 Seiten, 19,90 Euro. €.


„Der fĂŒnfte Zeuge“
von Michael Connelly

Aufgrund seiner schwierigen wirtschaftlichen Lage arbeitet Mickey Haller wieder als Strafverteidiger und vertritt vor Gericht insolvente Hausbesitzer. Da sich dort alle FĂ€lle recht Ă€hnlich gestalten, gibt es keine große Herausforderung fĂŒr ihn. Das Ă€ndert sich mit seiner neuen Klientin Lisa Trammel – der droht nicht nur der Verlust ihres Hauses, sondern auch eine Verurteilung wegen Mordes. Lisa hat so ziemlich alles unternommen, um eine ZwangsrĂ€umung zu verhindern. Inzwischen wurde ihr gerichtlich untersagt, sich der Bank zu nĂ€hern. Als der Chef der Bank ermordet aufgefunden wird, fĂ€llt der Verdacht auf sie, und sie bittet Haller, sie vor Gericht zu vertreten. Haller sieht zwar Möglichkeiten, einen Freispruch zu erwirken, sein grĂ¶ĂŸtes Problem ist allerdings die Beschuldigte selbst. Lisa ist ihm nicht gerade sympathisch und sie kooperiert so gut wie gar nicht. Fast scheint es, als ob sie seine Ermittlungen gezielt behindert. Und auch von anderer Seite werden ihm plötzlich Steine in den Wege gelegt. Mickey Haller ahnt, dass der Fall sich komplizierter entwickeln wird als erwartet ...

Michael Connelly: Der fĂŒnfte Zeuge.
Knaur, 640 Seiten, 9,99 €.


„Der Mann, der niemals schlief“
von Simon X. Rost

Jahre ist es her, dass Tom zusammen mit seinem Freund Huck St. Petersburg unsicher machte. Als er vor langer Zeit die Stadt verließ, fand er zunĂ€chst eine Anstellung in der Detektei Pinkerton, spĂ€ter wurde er sogar beauftragt, fĂŒr die Sicherheit von Abraham Lincoln zu sorgen. Doch das Attentat auf den PrĂ€sidenten konnte er nicht verhindern, und nun kann er seit Wochen nicht mehr einschlafen. FĂŒr kurze Zeit kommt Tom in seine Heimatstadt zurĂŒck, um an der Hochzeitsfeier seines Halbbruders Sidney teilzunehmen. HĂ€tte er geahnt, dass Sid ausgerechnet seine Jugendliebe Becky Thatcher heiraten wird, wĂ€re er ganz sicher nicht erschienen. Doch das ist nicht die einzige Überraschung, die ihn erwartet. Kaum angekommen, muss er auch erfahren, dass Tante Polly ermordet wurde. Und ausgerechnet sein alter Freund Huckleberry Finn steht unter Mordverdacht. Doch Tom glaubt nicht an die Schuld von Huck und beginnt, selbst Nachforschungen anzustellen. In einer alten Dose in Tante Polly's KĂŒche stĂ¶ĂŸt er auf eine erste Spur. Eine gelungene und spannende Story, selbst fĂŒr die, die Tom und Huck nicht kennen sollten.

Simon X. Rost: Der Mann, der niemals schlief.
LĂŒbbe, 480 Seiten, 14,99 €.


„Der Schock“
von Marc Raabe

Der Psychologe Jan Floss hat einen Kurzurlaub an die CĂŽte d'Azur organisiert. Er, seine Schwester Katy und ihre gemeinsamen Freunde Greg und Laura wollen ein paar Tage im Ferienhaus seines Vaters verbringen. Doch was als erholsame Abwechslung vom Arbeitsalltag geplant war, stellt sich zunĂ€chst als Reinfall, dann als Katastrophe heraus. Der SĂŒden Frankreichs ist völlig verregnet und die Spannungen in der Gruppe nehmen zu. Jan, der seit langem in Laura verliebt ist, kommt ihr zwar endlich nĂ€her, doch auf einer Autofahrt gibt es einen heftigen Streit zwischen Laura und den anderen. Laura wird aus dem Auto geworfen und taucht danach nicht mehr wieder auf. Die Gruppe kann nicht ahnen, dass sie entfĂŒhrt wurde. Als Jan auf ihrem Handy eine kurze Sequenz entdeckt, die sie aus dem Auto heraus gefilmt hatte, ist er sich sicher, dass etwas passiert sein muss. Das Filmchen zeigt einen fremden Wagen, der dem der Gruppe folgt. Jan beginnt, nach Laura zu suchen und gerĂ€t schon schnell in eine vollkommen undurchschaubare Lage. Als er zurĂŒck in Berlin seine Nachbarin brutal ermordet auffindet, wird ihm klar, dass ihn jemand in eine Falle locken will. Wie Jan, wird auch der Leser immer wieder auf falsche FĂ€hrten gelockt, wodurch sich die Spannung bis zum Ende stĂ€ndig weiter steigert.

Marc Raabe: Der Schock.
Ullstein, 400 Seiten, 9,99 €.


„Der stille Sammler“
von Becky Masterman

Die 59-jĂ€hrige Brigid Quinn hat jahrelang als „FBI“-Agentin gearbeitet. Seit ihrem schweren Unfall ist sie im Ruhestand und inzwischen verheiratet. Ihrem Mann Carlo hat sie nie viel ĂŒber ihre TĂ€tigkeit bei der Polizei erzĂ€hlt, weil sie ihn nicht beunruhigen wollte. Schließlich war sie an der Fahndung nach Serienkillern beteiligt, insbesondere an der nach dem berĂŒchtigten Route-66-Mörder. WĂ€hrend ihrer Zeit beim „FBI“ konnte der TĂ€ter nicht ermittelt werden, weshalb sie sich noch immer fĂŒr den Fall interessiert. Zudem verlor eine junge Kollegin damals bei einem der EinsĂ€tze ihr Leben und Brigid plagen seitdem SchuldgefĂŒhle. Als sie erfĂ€hrt, dass der TĂ€ter gefasst wurde und die Morde gestanden hat, ist sie zunĂ€chst erleichtert. Doch die „FBI“-Agentin Laura Coleman entdeckt Ungereimtheiten und ermittelt weiter. Da deren Vorgesetzten ihr nicht glauben, nimmt sie Kontakt mit Brigid auf. Als Brigit Laura innoffiziell bei der Suche nach dem wahren TĂ€ter unterstĂŒtzt, riskieren beide Frauen ihr Leben. Ein spannender Thriller mit stĂ€ndig ĂŒberraschenden Wendungen.

Becky Masterman: Der stille Sammler.
Bastei-LĂŒbbe, 400 Seiten, 18,00 €.


„Der Weg – Wenn Gott dir eine zweite Chance gibt“
von William Paul Young

Nach einem Unfall fĂ€llt der skrupellose MultimillionĂ€r Tony Spencer ins Koma und ‚erwacht‘ in einer surrealen Zwischenwelt, die er weder als Himmel noch als Hölle identifizieren kann. Seine Seele scheint durch den Geist anderer Menschen zu wandern und Tony lernt, die Welt aus völlig anderen Perspektiven zu betrachten. Vor allem lernt er das Schicksal von Menschen kennen, denen es wesentlich schlechter geht als er es sich je hĂ€tte vorstellen können. Tony begreift, dass in seinem Leben vieles falsch gelaufen ist und sehnt sich danach, noch einmal von Vorn beginnen zu können. Schon bald trifft er auf einen Fremden, der sich als Jesus zu erkennen gibt und auf eine alte Dame, die sich als der Heilige Geist entpuppt. Die beiden sind bereit, Tony eine zweite Chance zu geben, doch bevor er zur Erde zurĂŒckkehren kann, muss er eine PrĂŒfung bestehen. Er soll sich einen Menschen aussuchen und diesen heilen. Doch damit sind Herausforderungen verbunden, von denen Tony nichts ahnen kann.

William Paul Young: Der Weg – Wenn Gott dir eine zweite Chance gibt.
Allegra, 304 Seiten, 16,99 €.


„Der Wissenschaftswahn“
von Rupert Sheldrake

Warum der Materialismus ausgedient hat

Der Biologe und Bestseller-Autor Rupert Sheldrake gehört zu den Vorreitern eines neuen ganzheitlichen Weltbildes, das Naturwissenschaft und SpiritualitĂ€t miteinander verbindet. Seine Theorie der morphogenetischen Felder entwirft die Vision eines lebenden, sich entwickelnden Universums, das ĂŒber eine eigene Form von GedĂ€chtnis verfĂŒgt. Sheldrake ist Autor internationaler Bestseller, wie „Das GedĂ€chtnis der Natur“ und „Der siebte Sinn der Tiere“. In seinem neuen Werk tritt er die BeweisfĂŒhrung dafĂŒr an, dass das etablierte materialistische Weltbild nicht mehr haltbar ist. Er fĂŒhrt zehn wissenschaftliche Dogmen auf, an denen die meisten Forscher festhalten, obwohl diese Dogmen lĂ€ngst widerlegt sind. Sheldrake fordert ein neues, grenzĂŒberschreitendes Denken und plĂ€diert fĂŒr mehr Offenheit und Neugier in den Naturwissenschaften. Der in Harvard und Cambridge ausgebildete Wissenschaftler versteht es, verstĂ€ndlich und packend zu schreiben und prĂ€sentiert Forschungsergebnisse, die man anderswo nur schwer finden wird.

Rupert Sheldrake: Der Wissenschaftswahn.
O. W. Barth, 486 Seiten, 24,99 €.


„Die da kommen“
von Liz Jensen

Ein siebenjĂ€hriges MĂ€dchen tötet seine Großmutter auf brutale Weise. Ein tragischer Einzelfall, sagen die Experten, doch sie tĂ€uschen sich. Es scheint sich zu einem weltweiten PhĂ€nomen zu entwickeln, dass immer mehr Kinder grausame Gewalttaten gegen ihre Familien verĂŒben. Der Anthropologe Hesketh Lock hat zunĂ€chst ein ganz anderes RĂ€tsel zu lösen. Hesketh wird von großen Unternehmen beauftragt, interne Skandale aufzuklĂ€ren. Hesketh leidet am Asperger-Syndrom, das ihn zu seiner speziellen TĂ€tigkeit außerordentlich befĂ€higt. Da er kaum Emotionen kennt, ist er ein nĂŒchterner Analytiker. Derzeit ist er fĂŒr eine Firma in Taiwan tĂ€tig, als er feststellen muss, dass es zwischen den sich hĂ€ufenden FĂ€llen von schwerer Industriesabotage und der grassierenden Gewalt von Kindern gegen Erwachsene auffallende Parallelen gibt. Als auch in seinem Umfeld ein Sohn seine Mutter angreift, ist es mit seiner rein analytischen Haltung allerdings erst mal vorbei – die Sache nimmt ihn mehr mit als er erwartet hĂ€tte. Dabei eilt die Zeit: Hesketh ist sich sicher, dass die Menschheit kurz vor dem Kollaps steht.

Liz Jensen: Die da kommen.
DTV, 320 Seiten, 14,90 €.


„Die Maly-Meditation“
von Wolfgang Maly

Wie Zuwendung heilen kann

Wolfgang Maly erlitt 1989 eine schwere RĂŒckenmarksschĂ€digung. Da kein Arzt oder Therapeut seine erhebliche Gehbehinderung lindern, geschweige denn heilen konnte, begab er sich selbst auf die Suche nach einem Heilungsweg. Er absolvierte eine tiefenpsychologische und hypnotherapeutische Ausbildung und entwickelte eine Heilmeditation, die er erfolgreich an sich selbst anwandte und spĂ€ter auch mit anderen kranken Menschen praktizierte. Die Maly-Meditation besteht aus einer Kombination von – Gebetsmeditation, Lichtvisualisierung und Handauflegen. Vorrangiges Ziel ist es, die SelbstheilungskrĂ€fte zu aktivieren, um einen Heilprozess in Gang zu bringen. Maly betont, dass es keine Garantie dafĂŒr gebe, dass dies passiert – dennoch hat seine Methode zu zahlreichen verblĂŒffenden Heilerfolgen gefĂŒhrt, die zum Teil hier dokumentiert sind. Maly ist in eigener Praxis in Augsburg tĂ€tig und inzwischen arbeiten auch einige Schulmediziner mit ihm zusammen. Die beiliegende CD ermöglicht einen schnellen Einstieg in die Techniken.

Wolfgang Maly: Die Maly-Meditation.
Knaur, 224 Seiten, 18,99 €.


„Die Tage des Zweifels“
von Andrea Camilleri

Kurz vor seinem neuen Fall trĂ€umt Commissario Montalbano, er wĂ€re gestorben. Auf seiner Arbeitsstelle bekunden ihm seine Kollegen ihre Anteilnahme, der Gerichtsmediziner kann ihm die genaue Todesursache nicht nennen, da die Autopsie noch nicht vorgenommen wurde, sein Vorgesetzter setzt jemand anderen auf den Fall an, da Montalbano angeblich zu sehr darin verwickelt ist. Noch schwieriger als die Deutung seines Traums erscheint ihm allerdings die AufklĂ€rung eines mysteriösen Todesfalls. Im Fahrwasser einer Luxusjacht wird eine stark verstĂŒmmelte Leiche angespĂŒlt. Die SchiffskapitĂ€nin gibt sich ebenso verschlossen wie ihre Besatzung. Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb Montalbano neuerdings so hĂ€ufig am Hafen von VigĂ ta anzutreffen ist. Der Commissario hat sich verliebt – und zwar in Laura, die Chefin der Hafenkommandantur, die er im Laufe der Ermittlungen kennen gelernt hat. Montalbano ist ziemlich verwirrt deswegen, ĂŒberlegt, wie er Laura seine Liebe gestehen soll, und vor allem, wie er das seiner Livia erklĂ€ren kann. Die Ermittlungen bezĂŒglich der unbekannten Leiche werden ihm zunehmend lĂ€stig, da aus niemandem etwas herauszubekommen ist. Doch am Schluss fĂ€llt im ein Trick ein, doch noch jemanden zum reden zu bringen – seine eigene Verliebtheit inspiriert ihn dazu.

Andrea Camilleri: Die Tage des Zweifels.
LĂŒbbe, 256 Seiten, 19,99 €.


„Die Wahrheit des Blutes“
von Jean-Christophe Grangé

Der Pariser Polizeikommissar Olivier Passan und sein stĂ€ndig bekiffter Partner Fifi sind einem raffinierten und Ă€ußerst brutal vorgehenden Serienkiller auf der Spur, der es auf schwangere Frauen abgesehen hat. Im Grunde steht der Fall kurz vor der Lösung – doch Passan werden von vorgesetzter Stelle immer wieder Steine in den Weg gelegt. Es ist ihm sogar verboten worden, sich dem mutmaßlichen TĂ€ter auf 200 Meter zu nĂ€hern. „Der Geburtshelfer“, wie der Killer genannt wird, entwischt dem Team immer wieder, obwohl Passan lĂ€ngst gegen alle ihm auferlegten Regeln verstĂ¶ĂŸt. Nach und nach wird klar, dass der Kommissar noch eine Rechnung mit dem FlĂŒchtigen offen hat. Und auch privat lĂ€uft bei Passan gerade alles schief: die Ehe mit seiner japanischen Frau Naoko ist gescheitert und er bemĂŒht sich immer noch, herauszufinden, wie es soweit kommen konnte. Passan, dessen besonderes Interesse schon immer der alten japanischen Kultur gegolten hat und Naoko, die alle Traditionen zutiefst ablehnt. WĂ€hrend der Kommissar weder beruflich noch privat einen Schritt weiterkommt, passieren in seinem Haus erschreckende Dinge, die auch noch mit dem Fall in Verbindung zu stehen scheinen.

Jean-Christophe Grangé: Die Wahrheit des Blutes.
Bastei-LĂŒbbe, 432 Seiten, 19,99 €.


„Elsa Ungeheuer“
von Astrid Rosenfeld

In dieser Geschichte wird das Leben von Lorenz und Karl Brauer aus zwei zeitlich verschiedenen Perspektiven geschildert. Der eine Teil spielt in der Kindheit der beiden und beginnt mit dem Verlust ihrer Mutter, die sich nach langem psychischem Leiden selbst das Leben genommen hat. Der Vater, Randolph Brauer, ist mit der Situation völlig ĂŒberfordert; er muss sich außer um seine Söhne auch noch um eine Ferienpension kĂŒmmern. Zum GlĂŒck gibt es die HaushĂ€lterin Frau Kratzler und Herr Murmelstein, genannt das Murmeltier, die die beiden Jungen versorgen. Und dann taucht Elsa auf, die ungewöhnliche ElfjĂ€hrige, die von ihren Eltern zu Verwandten geschickt wird, wĂ€hrend sie selbst auf Weltreise gehen. Elsa scheint ĂŒberall anecken zu wollen – das MĂ€dchen mit den Streichholzarmen trĂ€gt seltsame Kleidung, ist frech und rebellisch. Die Jungen freunden sich mit Elsa an – vor allem Karl ist von ihr fasziniert – und die drei verbringen einen Sommer, den sie nie vergessen werden. In zweiten ErzĂ€hlstrang sind Lorenz und Karl erwachsen. Als Maler ist Lorenz in kĂŒrzester Zeit erfolgreich und international bekannt geworden. Nur sein jĂŒngerer Bruder weiß, dass dies nicht nur auf Talent beruht, sondern auch auf dem gewichtigen Einfluss zweier Frauen. In seinen Bildern verarbeitet Lorenz die schmerzhafte Vergangenheit, aber auch die EindrĂŒcke, die Elsa bei ihm hinterlassen hat. Doch auch Karl hat Elsa nie vergessen. FĂŒr ihn ist sie die erste Liebe seines Lebens – eine Liebe, die nie erwidert wurde.

Astrid Rosenfeld: Elsa Ungeheuer.
Diogenes, 276 Seiten, 21,90 €.


„Femme fatale“
von Martin Walker

Der fĂŒnfte Fall fĂŒr Bruno, Chef de Police

Das PĂ©rigord ist ein Paradies fĂŒr Schlemmer, Kanufahrer und Liebhaber des gemĂ€chlichen sĂŒĂŸen Lebens. Doch kurz vor Beginn der Touristen-Saison kommt es hier zu höchst ungewöhnlichen Ereignissen. Kaum hat Bruno einmal Zeit gefunden, dem örtlichen Kirchenchor beim Proben zuzuhören und alle weltlichen Probleme hinter sich zu lassen, wird er zu seinem nĂ€chsten Fall gerufen. In der VĂ©zĂšre treibt ein Kahn mit einer nackten Frau, mit an Bord ein Hahn und große schwarzen Kerzen. Bald darauf wird in die örtliche Höhle eingebrochen und ein blutiger Ziegenkopf sowie eine schwarz angemalte Madonna zurĂŒckgelassen. Das alles sieht nach satanistischen Ritualen aus, doch kaum beginnt Bruno, Nachforschungen anzustellen, befindet er sich in einem verwirrenden Fall, dessen Spuren in die Finanzwelt und die RĂŒstungsindustrie weisen. Es stellt sich heraus, dass die Ermordete aus einem Adelsgeschlecht der Umgebung stammt, das den Kontakt mit der Öffentlichkeit scheut. Neben all den Ungereimtheiten des Falles machen dem gemĂŒtlichen Chef-Ermittler auch noch seine FrĂŒhlingsgefĂŒhle zu schaffen. Wie soll er so zu Ergebnissen kommen? Dem fĂŒnften Band um den Chef de Police liegt ein kleiner, von Martin Walker gestalteter ReisefĂŒhrer bei, in dem der Autor seine LieblingsplĂ€tze im PĂ©rigord vorstellt.

Martin Walker: Femme fatale.
Diogenes, 426 Seiten 22,90 €.


„Fenster zum Tod“
von Linwood Barclay

Thomas Kilbride, der seit seiner Kindheit schizophren ist, verlĂ€sst nur selten das Haus. Seine ausgeprĂ€gte Manie gilt dem Studium von Landkarten und StadtplĂ€nen, die er tĂ€glich auf seinem PC betrachtet. Es kennt die Straßenkarten von StĂ€dten auf der ganzen Welt, merkt sich aufgrund seines ungewöhnlich guten Gedachtnisses alle Details und arbeitet dabei an einem Notfallplan fĂŒr die „CIA“. In seiner Fantasie hat er stĂ€ndigen Kontakt zum PrĂ€sidenten. Bei einem virtuellen Rundgang durch Manhattan entdeckt Thomas im Fenster eines Hauses die Abbildung eines Mannes mit einer PlastiktĂŒte ĂŒber dem Kopf. Er ist sich sicher, dass hier versehentlich ein Mord aufgenommen wurde. Der Versuch, seinen Bruder Raymond, der als sein Betreuer mit ihm zusammen lebt, von seiner Entdeckung zu ĂŒberzeugen, schlĂ€gt natĂŒrlich fehl. Am folgenden Tag ist die Abbildung verschwunden, und auch Thomas beginnt, an seiner Wahrnehmung zu zweifeln. Dennoch gelingt es ihm, Raymond dazu zu ĂŒberreden, mit ihm zusammen nach Manhattan zu fahren, um sich das Haus einmal anzusehen. Doch damit werden die beiden in einen Machtkampf hineingezogen, der sie da Leben kosten kann.

Linwood Barclay: Fenster zum Tod.
Knaur, 592 Seiten, 14,99 €.


„Haus der Erde“
von Woody Guthrie

Woody Guthrie, Songwriter, Lyriker, politischer Aktivist und SĂ€nger hatte maßgeblichen Einfluss auf die US-amerikanische Folk-Musik – und hat ihn immer noch. Guthrie schrieb 3.001 Songs, von denen viele bekannt wurden und einer weltberĂŒhmt. „This Land is your Land“, unzĂ€hlige Male neu interpretiert, wird inzwischen als zweite amerikanische Nationalhymne angesehen. Kaum bekannt ist, dass Guthrie sich auch als Autor versucht hat, ohne je etwas zu veröffentlichen. Seine Tochter Nora Guthrie entdeckte das Manuskript von „Haus aus Erde“ in einer Schublade, in der es 60 Jahre lang lag.

„Haus aus Erde“ schildert den Alltag und den Überlebenskampf von Tike und Ella, einem verarmten Farmerehepaar, das sich eine sichere Unterkunft bauen möchte, die den SandstĂŒrmen standhĂ€lt. Das jedoch ist nicht möglich, da das Land der Bank gehört, die die Genehmigung nicht erteilt. Im Leben der beiden scheint ein Schicksalsschlag den nĂ€chsten abzulösen, und dennoch verlieren sie nie ihren Sinn fĂŒr Menschlichkeit und Gerechtigkeit. Guthrie selbst trĂ€umte lange davon, in einem Haus aus Erde – einem aus selbsthergestellten Lehmziegeln gebauten Heim zu leben. Als junger Mann musste er miterleben, wie die einfachen HolzhĂŒtten der Landbevölkerung von einem verheerenden Sandsturm weggefegt wurden.

„Haus aus Erde“ erschien Anfang 2013 als erstes Buch bei „Infinitum Nihil“, dem Verlag, der von Johnny Depp und dem Historiker Douglas Brinkley gegrĂŒndet wurde.

Woody Guthrie: Haus aus Erde.
Eichborn Verlag, 304 Seiten, 16,99 €.


„Lampedusa – Begegnungen am Rande Europas“
von Gilles Reckinger

Lampedusa ist eine kleine italienische Insel im Mittelmeer, 200 Kilometer entfernt von Sizilien, aber nur 120 Kilometer von der KĂŒste Nordafrikas. Weniger als 6.000 Menschen wohnen auf der felsigen Insel, die auf vielen Karten noch nicht einmal verzeichnet ist. Lampedusa ist so klein, dass man es in Rom und in BrĂŒssel leicht vergessen könnte, wĂ€ren da nicht Zehntausende von BootsflĂŒchtlingen aus Afrika, die in den letzten Jahren dort angekommen sind. Wann immer eine besondere Tragödie zu vermelden ist, richten die Medien reflexartig ihre Spots auf die Insel, tragen diese Bilder von der Peripherie in die Mitte Europas und wenden sich genauso schnell wieder ab. Von Lampedusa und den Lampedusani hat man kaum je etwas gehört. Der Ethnologe Gilles Reckinger hat sich Zeit genommen und die Menschen von Lampedusa haben ihm viel von sich erzĂ€hlt. Von denen, die weggingen und denen, die zurĂŒckkamen, von ihren eigenen LebenstrĂ€umen, von den tĂ€glichen Widrigkeiten, den VersorgungslĂŒcken, der Langeweile. Von dem Wunsch, der Insel den RĂŒcken zu kehren und der Unmöglichkeit, woanders zu leben. Die Lampedusani zeichnen ihre Insel als einen Ort der ÜbergĂ€nge. Und was uns aus der Ferne erstaunt, wird durch Reckingers Buch verstĂ€ndlich: Die Begegnung mit dem Fremden lĂ€sst wenig Raum fĂŒr rassistische Projektionen.

Gilles Reckinger: Lampedusa – Begegnungen am Rande Europas.
Verlag Hammer, 227 Seiten, 19,90 €.


„M“
von Friedrich Ani

Ein Tabor SĂŒden-Roman

2005 beendete Friedrich Ani seine erfolgreiche Reihe um den Kriminalkommissar Tabor SĂŒden, inzwischen ist der schwermĂŒtige Ermitter lĂ€ngst wieder aktiv. SĂŒden hatte seinen Beruf aufgegeben und jahrelang in Köln als Kellner gearbeitet. Nun hĂ€lt er sich in MĂŒnchen auf – auf der Suche nach seinem Vater, vom dem er 35 Jahre lang nichts gehört hat. Der hatte sich vor einer Weile von dort bei ihm gemeldet. Da SĂŒden von irgendetwas leben muss, arbeitet er nun in einer Detektei, in der man ihn noch aus seiner Zeit als Kommissar kennt. Als die Journalistin Mia Bischof die Detektei beauftragt, Nachforschungen nach ihrem seit zwei Jahren verschollenen Freund Siegfried Denning anzustellen, ahnen SĂŒden und seine Kollegen bereits, dass es um mehr geht als nur um einen Vermissten. Bischof scheint kein wirkliches Interesse an der AufklĂ€rung des Falls zu haben. Als SĂŒden beginnt, sich mit der Vergangenheit Dennings, der angeblich ein einfacher Taxifahrer war, zu befassen, stĂ¶ĂŸt er auf Verbindungen ins rechtsradikale Milieu der Stadt und auf den Anschlag auf die neue MĂŒnchner Synagoge. Das „LKA“ recherchiert ebenfalls in der Angelegenheit und empfiehlt der Detektei, sich aus der Sache rauszuhalten. Als SĂŒden und seine drei Kollegen weitermachen, geraten sie in höchste Gefahr. Edith Liebergesell, die Chefin der Detektei, wird im Laufe der Ermittlungen mit einem eigenen tragischen Verlust konfrontiert. Vor langer Zeit verschwand ihr kleiner Sohn spurlos, und nun stĂ¶ĂŸt sie auf Hinweise darĂŒber, wer in die Sache verwickelt ist.

Friedrich Ani: M.
Droemer, 368 Seiten, 19,99 €.


„Mental Healing 2“
von Clemens Kuby

Gesund ohne Medizin – Anleitung zum Andersdenken

Clemens Kuby, MitbegrĂŒnder der GrĂŒnen, preisgekrönter Dokumentarfilmer und Bestseller-Autor, war querschnittsgelĂ€hmt und erlebte eine Spontanheilung, als er gleichzeitig einen radikalen Bruch in seinem Leben vornahm. Diese Erfahrung inspirierte ihn dazu, sich mit alternativen Formen des Heilens zu befassen. In seinem Kinofilm „Unterwegs in die nĂ€chste Dimension“ stellte er sechs beeindruckende Heiler aus verschiedenen Kulturen vor. Seine bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen gibt er in VortrĂ€gen und Seminaren weiter und in seinem neuen Buch. In „Mental Hearing 2“ geht es viel darum, die eigene Lebens-Perspektive zu definieren und zu klĂ€ren, um dem Thema Gesundheit auf die Spur zu kommen. Heilung bedeutet fĂŒr Kuby immer auch Auseinandersetzung mit den eigenen Mustern, mit nicht gelebten TrĂ€umen und verdrĂ€ngten Ängsten. Dabei geht er auch auf die unterschiedlichen ZugĂ€nge von MĂ€nnern und Frauen zu dem Thema ein. Wer ohne Medizin gesund sein will, so sein Fazit, muss sich von krank machenden Belastungen befreien und sein Leben auf ErfĂŒllung ausrichten. Hier stellt er die von ihm entwickelte Methode vor, mit der er in seinen Workshops arbeitet.

Clemens Kuby: Mental Healing 2.
Kösel, 160 Seiten, 14,99 €.


„Mick Jagger – Die Biographie“
von Philipp Norman

FĂŒr viele ist er der grĂ¶ĂŸte Star der Rock-Geschichte. Mit seiner röhrenden Stimme und der aufreizenden Show bringt Mick Jagger, der in diesem Jahr 70 wird, auch 50 Jahre nach der GrĂŒndung der Rolling Stones noch Fußballstadien zum Kochen. Die Rolling Stones haben die Geschichte der Rock-Musik mitgeschrieben wie kaum eine andere Band. Autor Philip Norman zĂ€hlt zu den bekanntesten Rock-Journalisten der Welt. In den 70er Jahren wurde er berĂŒhmt durch seine Kolumnen ĂŒber Stars in der „Sunday Times“. Bereits in den 80er Jahren veröffentlichte er wichtige BĂŒcher ĂŒber die Beatles und die Rolling Stones. FĂŒr diese Biographie hat er mit vielen aktuellen und ehemaligen WeggefĂ€hrten Jaggers gesprochen und lĂ€sst sie auch alle zu Wort kommen. Das Bild, das er von Jagger zeichnet, ist keineswegs das eines Fans, der seinen Star idealisiert. Philip Norman wĂŒrdigt Jagger's Leistungen und sein Werk, ohne seine Augen vor dessen Schattenseiten zu verschließen. Wenn es um Geld oder Frauen, kennt Jagger keine Freundschaften und kein Pardon. Doch trotz seiner Exzesse hat er nie die Kontrolle ĂŒber das GeschĂ€ft verloren. Ohne seinen ausufernden Egoismus wĂ€re die Band nie zu dem geworden, was sie ist.

Philip Norman: Mick Jagger – Die Biographie.
Droemer, 720 Seiten, 24,99 €.


„Null-Null-Siebzig – Agent an Bord“
von Marlies Ferber

James Gerald, Agent des britischen „Secret Intelligence Service“, ist 70 und im Ruhestand. Zusammen mit seiner ehemaligen Kollegin Sheila Humphrey (67) befindet er sich auf einer Kreuzfahrt durchs Mittelmeer. Doch im Gegensatz zu den anderen etwa 600 Passagieren ist er nicht wirklich freiwillig an Bord und schon gar nicht gern. Er mag weder Meer noch Schiffe und noch weniger schĂ€tzt er die Gesellschaft so vieler Ă€lterer Menschen auf einem Haufen. Doch Sheila's exzentrische Mutter Phyllis will ihren 90. Geburtstag feiern, und Sheila hat ihn zu dieser Reise ĂŒberredet, wĂ€hrend der die Feier stattfinden soll. Schon bald allerdings kann James der Kreuzfahrt mehr abgewinnen als er vermutet hĂ€tte. Neben den LandausflĂŒgen nach Nizza und Rom. die er durchaus genießt, ist auch sein Einsatz wieder gefragt: Der neue Ehemann von Phyllis, der fĂŒnfte in ihrem Leben, ist plötzlich nicht mehr aufzufinden. James ganzer AgentenspĂŒrsinn ist gefragt, als nach und nach noch mehr Passagiere verschwinden.

Marlies Ferber: Null-Null-Siebzig – Agent an Bord.
DTV, 352 Seiten, 9,95 €.


„Orient Express“
von Silvena Rowe

Unkomplizierte und schnelle Rezepte aus der orientalischen KĂŒche

Silvena Rowe, KĂŒchenchefin im Londoner „May Fair Hotel“, ist in England durch regelmĂ€ĂŸige Auftritte auf „BBC“ und „ITV“ bekannt. Sie hat mehrere mit internationalen Preisen ausgezeichnete BĂŒcher veröffentlicht. In ihrem neuen Buch „Orient Express“ widmet sie sich der schnellen nahöstlichen KĂŒche, ideal fĂŒr alle, die wenig Zeit haben und dennoch Abwechslung in ihrem Speiseplan schĂ€tzen. Hier dreht sich alles um die vielen kleinen Köstlichkeiten, wie man sie auf den Straßen und MĂ€rkten von Istanbul oder Damaskus findet: Köfte, Falafel und Pilaws, aber auch SĂŒĂŸes wie Vanille-Baklava oder Schokoladen-Pistazien-Mousse. Mehr als 100 neue Rezepte, schnell zubereitet, die sich fĂŒr leichte Sommermahlzeiten ebenso eignen wie fĂŒr eine große festliche Mezze-Tafel. Hier vereinen sich Honig mit Zimt, Safran mit Sumach, verschmilzt SĂŒĂŸes mit SĂ€uerlichem. Ob Böreck-Röllchen mit Krabben, Safran und Fenchel, Garnelen-SĂŒĂŸkartoffel-KĂŒchlein oder Chili-Kichererbsen-Pilaw #150; in vielen neuen Variationen kommt die Aromenvielfalt des Orients zur Anwendung.

Silvena Rowe: Orient Express.
AT-Verlag, 208 Seiten, 24,90 €.


„Schicksal“
von Scott G. Browne

Sergio erscheint zwar in Menschengestalt, er ist aber alles andere als ein Normalsterblicher. Sergio ist das Schicksal; er und seine Freunde, Karma, Wahrheit, Faulheit und all die anderen, können sich nach Belieben unsichtbar machen und die Wege der Menschen beeinflussen. Allerdings darf Sergio nicht selbst entscheiden, welchen Einfluss er nimmt – er bekommt genaue Anweisungen, was er zu tun hat. Nach 257.000 Jahren hĂ€ngt ihm das langsam zum Hals raus. Er beschließt, mit einigen seiner Freunde einen trinken zu gehen und verliebt sich dabei in die schöne Sara. Damit verstĂ¶ĂŸt er natĂŒrlich gegen sĂ€mtliche Regeln seines Arbeitgebers Jerry, auch bekannt als Gott, der AllmĂ€chtige. Gegen gelegentliche kurze AffĂ€ren mit Sterblichen hat niemand etwas einzuwenden, aber eine handfeste Liebesbeziehung wĂŒrde von Jerry niemals geduldet werden. Und selbstverstĂ€ndlich darf Sergio sich nicht als der zu erkennen geben, der er ist. Solange Jerry davon nichts mitbekommt, wird schon alles gut gehen, meint Sergio. Eine FehleinschĂ€tzung, wie sich herausstellt – schließlich bringen seine GefĂŒhle fĂŒr Sara sein Existenz mehr und mehr durcheinander.

Scott G. Browne: Schicksal.
Knaur, 416 Seiten, 9,99 €.


„Schrei aus der Ferne“
von John Harvey

Der britische Bestsellerautor John Harvey wird zunehmend auch in Deutschland bekannt. Nach „Splitterndes Glas“ ist nun sein zweiter Krimi um das Ermittler-Duo Detective Inspector Will Grayson und Detective Sergeant Helen Walker bei uns erschienen. Der Flötenunterricht der 10-jĂ€hrigen Beatrice Lawson endet kurz vor 18 Uhr. Sie verlĂ€sst die Wohnung des Musiklehrers, um vor dem Haus auf Ihren Vater zu warten. Als der eintrifft, ist seine Tochter spurlos verschwunden, niemand hat etwas von ihr gesehen. Die Ermittler Will Grayson und Helen Walter gehen anfangs von einem Routinefall aus, doch schon bald mĂŒssen sie feststellen, dass sie es mit zwei FĂ€llen zu tun haben, die möglicherweise miteinander in Verbindung stehen. Bereits vor 15 Jahren hatte Beatrices Mutter Ruth ein Kind bei einem tragischen Unfall verloren. WĂ€hrend eines Campingurlaubs an der KĂŒste von Cornwall verschwand ihre Tochter Heather. Nach tagelanger Suche wurde die Leiche des Kindes in einem alten Minenschacht aufgefunden. Auch wenn es Hinweise auf ein mögliches Verbrechen gab, wurde die Sache damals als Unfall zu den Akten gelegt. Ruths erste Ehe zerbrach an den Ereignissen und Ruth hat den Schock ĂŒber den Verlust ihrer Tochter nie ĂŒberwunden. Je mehr sich Grayson und Walker mit der Vergangenheit der Mutter befassen, desto mehr Verbindungen zwischen beiden Ereignissen treten ans Licht.

John Harvey: Schrei aus der Ferne.
DTV, 544 Seiten, 9,95 €.


„Schwarzer Schmetterling“
von Bernard Minier

Commandant Servaz ist verĂ€rgert, als er einen Fall ĂŒbernehmen soll, in dem es um ein getötetes Pferd geht. Doch da dessen Besitzer einer der reichsten MĂ€nner Frankreichs ist, wollte man keinen Dorfpolizisten auf die Sache ansetzen. Außerdem scheint die Angelegenheit von Anfang an ziemlich mysteriös: Mitten im Winter wird in einem kleinen Dorf in den französischen PyrenĂ€en ein grauenvoll inszenierter Tierkadaver in 2.000 Metern Höhe gefunden. Alles deutet auf das Werk eines Wahnsinnigen. Als man von den Spuren am Tatort DNA-Analysen erstellt, weisen diese auf den gefĂ€hrlichen Serien-Killer Julian Hirtmann. Der jedoch sitzt seit Jahren im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Klinik und hat seine Zelle nie verlassen. WĂ€hrend Commandant Servaz versucht, Licht den Fall zu bringen, erschĂŒttert eine unfassbaren Mordserie den kleinen Ort. Auch die Schweizer Psychologin Diane Berg ist an der AufklĂ€rung der Morde interessiert. Genau wie Servaz begibt sie sich dabei in tödliche Gefahr.

Bernard Minier: Schwarzer Schmetterling.
Knaur, 688 Seiten, 9,99 €.


„Spur der Angst“
von Lisa Jackson

Shaylee Stillmann, mitten in der PubertĂ€t, ist zum wiederholten Mal mit dem Gesetzt in Konflikt geraten. Diesmal lĂ€sst sich eine Jugenstrafe nicht mehr vermeiden, und sie hat die Wahl zwischen dem JugendgefĂ€ngnis oder einem abgelegenen Internat fĂŒr straffĂ€llige Jugendliche. Die Entscheidung hat letzten Endes ihre Mutter zu treffen, die im Internat die bessere Lösung sieht. Shaylees Schwester, die 27-jĂ€hrige Jules Farentino, hĂ€lt dies fĂŒr keine gute Idee, da sie selbst Lehrerin ist und sich ĂŒber die Erziehungsmethoden an der Blue Rock Academy in den Bergen Oregons erkundigt hat. Außerdem hat Jules herausgefunden, dass dort eine SchĂŒlerin vor kurzem spurlos verschwunden ist, und sie befĂŒrchtet, dass dort nicht alles mit rechten Dingen zugeht. TatsĂ€chlich werden kurz nach Shaylee's Ankunft zwei MitschĂŒler ermordet aufgefunden. Da Jules ohnehin gerade auf Arbeitssuche ist, beschließt sie, eine Stelle in dem Internat anzunehmen, ohne zu erwĂ€hnen, dass sie Shaylees Schwester ist. Dass sie sich damit in große Gefahr begibt, ahnt sie lange Zeit nicht. Zum GlĂŒck befindet sich auch Detective Trent Cooper an der Schule – er ermittelt dort, getarnt als Lehrer.

Lisa Jackson: Spur der Angst.
Knaur, 592 Seiten, 14,99 €.


„Tierische Profite“
von Donna Leon

Im nunmehr 21. Fall, den der Commissario zu lösen hat, geht es zunĂ€chst um einen Toten, den niemand zu vermissen scheint. Weder die Venezianer noch die Touristen haben eine Suchanzeige nach dem Mann aufgegeben. Der Körper des Erstochenen, der aus dem Kanal gezogen wird, ist seltsam deformiert, da er an einer seltenen Krankheit litt. Ein teurer Lederschuh bringt Brunetti auf eine erste Spur, und die fĂŒhrt ihn aufs Festland nach Mestre. Es dauert eine ganze Weile, bis er mit UnterstĂŒtzung seinen Assistenten Vianello herausfindet, dass es sich um den Tierarzt Nava handelt, der eine Kleintierpraxis fĂŒhrte und auch als Fleischbeschauer in einem Schlachthof tĂ€tig war. Dort war er dafĂŒr verantwortlich, den Gesundheitszustand der Tiere zu ĂŒberprĂŒfen und deren Fleisch fĂŒr den Verzehr freigeben. Bei seinen Recherchen wird Brunetti mit den grauenhaften ZustĂ€nden in den italienischen Schlachthöfen konfrontiert, die von Gier und Skrupellosigkeit bestimmt werden. Sein VerstĂ€ndnis fĂŒr seine Tochter Chiara wĂ€chst. Die nĂ€mlich ist schon lange Vegetarierin, und auch Vianello hat ihm schon geraten, auf den Verzehr von Rindfleisch zu verzichten.

Donna Leon: Tierische Profite.
Diogenes, 327 Seiten. 22,90 €.


„Todesengel“
von Andreas Eschbach

An einer Berliner U-Bahn-Station wird ein alter Mann von zwei Jugendlichen brutal angegriffen und zusammengetreten. Rentner Erich Sassbeck glaubt, dass seine letzte Stunde geschlagen hat. Doch genau in dem Moment werden die beiden Angreifer erschossen – von einem Unbekannten, der sofort wieder verschwindet. Sassbeck verliert das Bewusstsein und kommt erst im Krankenhaus wieder zu sich. Das letzte, woran er sich erinnern kann, ist eine Lichtgestalt, die wie aus dem Nichts auftauchte, um ihm das Leben zu retten. Diese Version der Ereignisse wird von der ermittelnden Polizei allerdings nicht geteilt. Sassbeck steht unter Mordverdacht, man nimmt an, dass er Selbstjustiz ausgeĂŒbt hat. Doch dann ereignen sich weitere ZwischenfĂ€lle, in denen Gewaltopfer davon berichten, dass ihnen eine strahlende Gestalt zuhilfe kam. Der „Todesengel“, wie der Unbekannte schon bald von der Presse genannt wird, tötet die Angreifer unschuldiger Opfer. Dem bisher eher erfolglosen Journalisten Ingo Praise wird ein Video zugespielt, auf dem der „Todesengel“ zu sehen ist. Praise wittert seine große Chance. Zusammen mit Kriminalhauptkommissar Justus Ambick kommt er tatsĂ€chlich einer unglaublichen Geschichte auf die Spur.

Andreas Eschbach: Todesengel.
Bastei-LĂŒbbe, 544 Seiten, 19,99 €.


„Unterm Messer“
von Eva Rossmann

Reporterin Mira Valensky freut sich auf einen bezahlten Kurzurlaub mit Verwöhnbonus im steirischen Vulkanland. Das Lifestile-Magazin, fĂŒr das sie arbeitet, möchte von ihr eine Reportage ĂŒber die Beauty-Farm „Oasis“, die sie vor Ort verfassen soll. Dort verbindet man Schönheits-Chirurgie mit Anti-Aging-Kuren, Gentechnologie mit KrĂ€uteressenzen nach Hildegard-Rezepten. Wichtig ist, dass der Artikel ansprechend rĂŒberkommt, da Professor GrĂŒnwald, der Leiter des „Oasis“, ein wichtiger Anzeigenkunde des Magazins ist. ZunĂ€chst lĂ€uft alles wie erwartet. Mira wird verwöhnt und zu einem Abendessen mit Professor GrĂŒnwald eingeladen. Dort jedoch genießt sie ein GlĂ€schen zu viel des guten steirischen Weines und verliert anschließend die Orientierung in dem weitlĂ€ufigen GebĂ€ude. Als sie auf eine verstörte Nonne trifft, hat Mira plötzlich Stoff fĂŒr mehr als einen Artikel. Die Nonne hat soeben eine junge Mitschwester tot aufgefunden – die war tagelang in einer zugenagelten und eingeschalteten Sauna regelrecht gegart worden. Als Mira anfĂ€ngt, unbequeme Fragen zu stellen, wird sie kurzerhand ausquartiert. LĂ€ngst ahnt sie, dass es im „Oasis“ um mehr gehen muss als um „Botox“ und Gesichtsmasken. Zusammen mit ihrer Freundin Vesna Krajner, die eine Detektiv-Agentur leitet und sich als Kundin auf der Beauty-Farm anmeldet, stĂ¶ĂŸt Mira auf ein geheimes Labor, das mysteriösen Forschungszwecken zu dienen scheint.

Eva Rossmann: Unterm Messer.
LĂŒbbe, 318 Seiten, 8,99 €.


„Verachtung“
von Jussi Adler-Olsen

Dies ist die vierte Folge um das Team von Carl, Rose und Assad, und wieder lernt der Leser die drei Ermittler ein kleines bisschen besser kennen. Diesmal grĂ€bt Rose einen Fall von 1987 aus, der damals als Selbstmord zu den Akten gelegt worden war. Es geht um das spurlose Verschwinden von Rita Nielsen, einer Prostituierten. Carl hĂ€lt zunĂ€chst gar nichts davon, sich mit dieser Sache zu befassen, doch schon bald entdeckt Rose eine Reihe von Unstimmigkeiten, die auch ihn neugierig machen. Und dann finden Rose und Asad heraus, dass damals in der gleichen Woche fĂŒnf Menschen verschwanden, von denen man nie wieder etwas gehört hat. Als die drei mit ihren Nachforschungen beginnen, stoßen sie auf das Schicksal der damals jungen Nete Hermansen, die in eine Besserungsanstalt auf der Insel SprogĂž eingeliefert wurde. Es scheint, dass Nete Hermansen zwangssterilisiert wurde und sich spĂ€ter fĂŒr dieses Verbrechen gerĂ€cht hat. Doch die Spur fĂŒhrt auch in die Kreise rechtsgerichteter Politik.

Im Nachwort erzÀhlt Adler-Olsen, dass es die Anstalt auf SprogÞ tatsÀchlich gegeben hat, und dass dort bis 1961 etwa 10.000 Frauen zwangssterilisiert wurden. Er weist darauf hin, dass es von Seiten des dÀnischen Staates bis heute keine Form der Wiedergutmachung geben hat.

Jussi Adler-Olsen: Verachtung.
DTV, 544 Seiten. 19,90 €.


„Vergeltung“
von Val McDermid

Mit „Vergeltung“ liegt nun der siebte Krimi der Erfolgsautorin Val McDermid um die Ermittler Tony Hill und Carol Jordan auf Deutsch vor. In diesem Band lĂ€sst McDermid den ehemaligen Sportler, Fernsehstar und Serien-Killer Jacko Vance wieder auftreten, der schon in „Schlußblende“ die Hauptrolle spielte. Vance gelingt es, nach zwölf Jahren Haft aus einen GefĂ€ngnis zu flĂŒchten, das als als ausbruchssicher galt. Ganz offensichtlich geht es ihm nur um eines: Vergeltung an allen zu ĂŒben, die zu seiner Inhaftierung beitrugen. Doch er hat nicht vor, direkt auf seine Opfer loszugehen, sondern sie dort zu treffen, wo sie am verwundbarsten sind. Carol Jordan hĂ€lt die Angelegenheit zunĂ€chst fĂŒr nebensĂ€chlich, da sie gerade mit der Suche nach einem Prostituierten-Mörder beschĂ€ftigt ist. Was sie nicht ahnt, ist, dass sie und Tony Hill auf Vances Liste an oberster Stelle stehen. Als ihr Bruder und dessen Frau ermordet aufgefunden werden, löst dies bei ihr ein Trauma aus und fĂŒhrt auch zu einer Krise in ihrer Beziehung zu Tony Hill. Außerdem spielt Alkohol eine immer grĂ¶ĂŸere Rolle in ihrem Leben. Der psychopathische Mörder scheint sein erstes Ziel erreicht zu haben ...

Val McDermid: Vergeltung.
Knaur, 512 Seiten, 10,99 €.


„Verheimlicht – vertuscht – vergessen“
von Gerhard Wisnewski

Was 2012 nicht in der Zeitung stand

Gerhard Wisnewski, Politikwissenschaftler, Schriftsteller und Dokumentarfilmer, befasst sich seit langem mit Themen, die es nicht oder nur verzerrt in die Medien schaffen. In seinen jĂ€hrlichen RĂŒckblick „Verheimlicht – vertuscht – vergessen“, der seit 2009 erscheint, fĂŒhrt er auch diesmal wieder eine FĂŒlle von Ereignissen auf, ĂŒber die anderswo nur oberflĂ€chlich und unkritisch berichtet wurde. Dabei gilt sein Augenmerk besonders solchen Nachrichten, die von Interessensgruppen, Regierungen oder Geheimdiensten in die Welt gesetzt werden, um deren Zielen zu dienen. Schwerpunkte dieser Ausgabe sind die Krise in Syrien und die Berichterstattung ĂŒber den Iran. Um sich selbst ein Bild zu machen, ist Wisnewski im April 2012 in den Iran gereist und hat auch dessen PrĂ€sidenten getroffen, der hierzulande von der Presse als „der Irre von Teheran“ bezeichnet wurde. Wisnewski zeigt, dass Zweifel an der Berichterstattung der etablierten Medien berechtigt sind, ohne immer fertige Antworten auf offene Fragen zu liefern. Er ĂŒberlĂ€sst es dem Leser, sich selbst ein Bild zu machen.

Gerhard Wisnewski: Verheimlicht – vertuscht – vergessen.
Knaur, 368 Seiten, 7,99 €.


„WalkĂŒre“
von Craig Russell

Dies ist der fĂŒnfte Krimi des schottischen Autoren und spielt wie auch die vorhergehenden vier in Hamburg. Hauptkommissar Jan Fabel ist gerade dabei, beim „BKA“ eine eigene Abteilung fĂŒr Serienmorde aufzubauen, als im Hamburger Rotlichtviertel ein britischer Popstar tot aufgefunden wird, von Messerstichen zerfetzt. Einiges deutet darauf hin, dass der „Engel von St. Pauli“ wieder am Werk sein könnte, ein Serien-Killer, der vor zehn Jahren seine blutige Spur durch Hamburg zog und nie gefasst wurde. Obwohl das Opfer kurz vor seinem Tod entsprechende Aussagen machte, glaubt Kommissar Fabel nicht an diese Möglichkeit. Fabel steht unter starkem Druck, um sein Ansehen bei der Polizei nicht zu gefĂ€hrden. TatsĂ€chlich kommt es zu weiteren Morden und keiner weist einen Bezug zum „Engel“ auf. Und dann meldet sich eine dĂ€nische Kollegin bei ihm, die sich um die Leiche eines Kollegen kĂŒmmern soll, die in einem Hamburger Hotel gefunden wurde. Sie misstraut der Diagnose der Ärzte, die von einem Herzinfarkt ausgehen, und meint, dass es sich um einen geschickt getarnten Mord handeln muss. Damit verdichtet sich Fabels Verdacht, dass Geheimdienstkreise an der aktuellen Mordserie beteiligt sein könnten.

Craig Russell: WalkĂŒre.
Bastei-LĂŒbbe, 448 Seiten, 9,99 €.


„Wie die Seele uns durchs Leben fĂŒhrt“
von Thomas SchÀfer

Die Essenz des Familien-Stellens

Thomas SchÀfer arbeitet seit vielen Jahren als Heilpraktiker mit dem Schwerpunkt Psychotherapie und Familienaufstellungen. Gelernt hat er unter anderem bei Bert Hellinger, der die Technik des Familienstellens weiterentwickelte und ihr Impulse gab, die Therapeuten weltweit inspiriert haben. Bei dem Familienstellen nach Hellinger geht es darum, verborgene Dynamiken innerhalb der Familie bewusst zu machen, um Dynamiken im eigenen Schicksal aufzulösen. Oft sind es Muster innerhalb der Familie, die unser Leben, unsere Partnerwahl, den Verlauf von Beziehungen und die Frage nach Erfolg und Misserfolg im Beruf prÀgen. Im Familienstellen gelingt es hÀufig, solche Muster aufzudecken und damit neue Lösungen zu ermöglichen.

Thomas SchÀfer fasst hier seine Erfahrungen aus jahrelanger Praxis zusammen und zeigt, was genau wÀhrend einer Aufstellung geschieht. Ein Buch, das Einsteiger mit dem Thema vertraut macht und Fortgeschrittenen erstaunliche Einblicke ermöglicht.

Thomas SchĂ€fer: Wie die Seele uns durchs Leben fĂŒhrt.
Knaur, 240 Seiten €.


„Zanskar und ein Leben mehr“
von Ulli Olivedi

Ulli Olvedi ist Qi Gong-Lehrerin, ausgebildet in buddhistischer Psychologie und GrĂŒnderin der Hochschule fĂŒr traditionelle tibetische Medizin, das Shelkar Tibetan Medical Institute in Kathmandu. Ihr neuer Roman handelt von einer jungen Frau, deren Mutter in Nepal verschollen ist. Die 28-jĂ€hrigen Pema-Marie erhĂ€lt ĂŒberraschend einen Brief aus Nepal, in dem ihr mitgeteilt wird, dass die TagebĂŒcher ihrer vor zehn Jahren verschwundenen Mutter in Kathmandu gefunden wurden. Damals hatte die Mutter die Familie verlassen, um sich im Himalaya auf die Suche nach sich selbst zu begeben. Pema-Marie trĂ€gt ihr das immer noch noch, vor allem auch, nie Nachricht von ihr erhalten zu haben. Nun begibt sie sich selbst auf die Reise, um die TagebĂŒcher in Empfang zu nehmen und nachzuspĂŒren, was es mit dem Weg der Mutter auf sich hat. In ihren Aufzeichnungen berichtet die Mutter ĂŒber ihren inneren Entwicklungsweg, der sie nach Zanskar fĂŒhrte, einer entlegenen Region im westlichen Himalaya. Dort, in einem Nonnenkloster, wo das alte Tibet noch lebendig ist, scheint die Mutter ihren Frieden gefunden zu haben. Pema-Marie folgt ihren Spuren und entdeckt nicht nur eine völlig fremde Welt, sondern auch eine eigene innere Entwicklung, mit der sie nie gerechnet hĂ€tte

Ulli Olivedi: Zanskar und ein Leben mehr.
O. W. Barth, 336 Seiten, 19,99 €.


„Zeig mir den Tod“
von Petra Busch

Der Schauspieler GĂŒnther Assmann glaubt sich endlich vor seinem langersehnten internationalen Durchbruch. Viel Zeit bleibt ihm dafĂŒr nicht mehr, denn er geht auf die 50 zu. Hinter den Kulissen hat er alles dafĂŒr getan, soweit zu kommen: intrigiert, gelogen und betrogen. Doch kurz vor der karrierewichtigen Premiere verschwinden seine Kinder Marius und Rebecca und sein Traum droht zu zerbrechen. Der EntfĂŒhrer will kein Geld, sondern stellt RĂ€tselaufgaben. Die Lösung soll Assmann auf der BĂŒhne darbieten, sonst sterben die Kinder. Assmann muss sich schnell zwischen Ruhm und dem Wohl seiner Kinder entscheiden, denn Rebecca benötigt lebenswichtige Medikamente. Petra Busch's dritter Thriller mit dem Hauptkommissar Moritz Ehrlinspiel fĂŒhrt den Leser auf geschickte Weise immer wieder in die Irre, bevor sich erst ganz am Schluss die Lösung abzuzeichnen beginnt.

Petra Busch: Zeig mir den Tod.
Knaur, 432 Seiten, 9,99 €.

GeÀndert:  07 / 2020