„Celler Scene“

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MEDIENRECHT


INFO:  12 / 2013

Der ‚digitale Nachlass‘

Bisher keine eindeutige Rechtsprechung

CELLE (nk).  Willkommen im digitalen Zeitalter! Viele unserer AktivitĂ€ten haben sich ins Internet verlagert. Wir kaufen online ein und buchen unsere Reisen im Netz. Auch BankgeschĂ€fte oder Handy-VertrĂ€ge werden mit Passwörtern im Internet abgeschlossen. Die Kommunikation lĂ€uft ĂŒber E-Mail-Accounts und Provider-VertrĂ€ge. Wir haben im World Wide Web diverse Konten und Accounts eingerichtet, zu denen nur wir Zugang haben. „Facebook“, „Flickr“, „Google“, „Xing“ oder „YouTube“ kennen uns bald besser als wir uns selbst. Die hinterlegten Inhalte, seien es Dokumente oder Fotos, greifen tief in unsere PrivatsphĂ€re ein. Doch was passiert, wenn der Kontoinhaber verstirbt? Wer erhĂ€lt den digitalen Nachlass? Und auf welche Weise werden die Passwörter zugĂ€nglich gemacht?

GrundsĂ€tzlich geht auch der digitale Nachlass inklusive E-Mail-Accounts, Provider-VertrĂ€gen und AuskunftsansprĂŒchen z. B. in Bezug auf die Passwörter auf die Erben des verstorbenen Internet-Nutzers ĂŒber (Paragraph 1922 BGB). HĂ€ufig jedoch bereiten die GeschĂ€ftsbedingungen der Provider Probleme bei der Wahrnehmung der Persönlichkeitsrechte des Verstorbenen. Erschwerend kommt hinzu, dass in nicht wenigen FĂ€llen die Rechte in Amerika durchzusetzen sind. Beispielsweise ist das Vorhaben, den „Google“-Account eines Verstorbenen zu sichten und löschen zu lassen mit allerhand Fallstricken verbunden. Gleichzeitig muss die allzu vorschnelle Herausgabe sensibler Daten an angebliche Erben verhindert werden.

Wer sichergehen will, dass sein digitales Erbe in die richtigen HĂ€nde gelangt oder im Todesfall gelöscht wird, muss daher selbst aktiv werden. Gut beraten ist derjenige, der eine Vertrauensperson bevollmĂ€chtigt, die sich im Falle der GeschĂ€ftsunfĂ€higkeit und im Falle des Todes um die digitalen IdentitĂ€ten kĂŒmmert. Dazu kann der Vertrauensperson eine Liste der genutzten Passwörter ausgehĂ€ndigt werden. FĂŒr den Fall der FĂ€lle ist es jedoch vorteilhafter, die Passwörter bei einem neutralen Dritten zu hinterlegen. Geeignete Verwahrstellen fĂŒr derartige sensible Unterlagen sind Notarinnen und Notare.

Über eines sollten sich Nutzer digitaler Dienste im Klaren sein: Das Internet vergisst nichts. Vor allem lĂ€sst es sich nicht verhindern, dass die Erben oder die Vertrauensperson Kenntnis von allen Daten erhalten.

Mittlerweile bieten auch privatwirtschaftlich tĂ€tige Dienstleister die Verwaltung des digitalen Nachlasses an. Wie vertrauenswĂŒrdig und sicher diese Angebote sind, lĂ€sst sich aber kaum sagen. UngeklĂ€rt bleibt auch, was geschieht, wenn der Erblasser den Dienstleister ĂŒberlebt, der seine Passwörter aufbewahrt – das könnte geschehen, wenn der Dienstanbieter Insolvenz anmelden mĂŒsste.

Viele Fragen, die sich um den digitalen Nachlass drehen, sind derzeit noch ungeklĂ€rt. Die Diskussion um den idealen Weg zum Schutz unserer digitalen IdentitĂ€ten am Ende des Lebens beginnt gerade erst. VerlĂ€ssliche Antworten gibt Ihnen der Notar Ihres Vertrauens. Wer sich von einem Notar zum ‚digitalen Nachlass‘ beraten lassen möchte, findet diesen im Internet unter www.notar.de ...

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GeÀndert:  06 / 2020