„Celler Scene“

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GESUNDHEIT
Sommer, Sonne, Urlaub





(Foto: © Frank R. Bulla)


Übersicht

  • Unterwegs gut geschĂŒtzt
    Welche Desinfektionsmittel gegen Viren helfen
  • Erste Hilfe bei Hitzschlag und Sonnenstich


INFO:  07 / 2020

Unterwegs gut geschĂŒtzt

Welche Desinfektionsmittel gegen Viren helfen

HANNOVER.  In Zug, Bus oder Flugzeug können die wegen der „COVID-19“-Pandemie geltenden Abstandsregeln nicht immer umgesetzt werden. Besonders Urlauber und GeschĂ€ftsreisende greifen deshalb noch öfter als vor der Pandemie zu Desinfektionsmitteln. Dabei sollten sie wissen, dass nicht jedes frei verkĂ€ufliche Hygiene-Mittel gegen Viren hilft und dass OberflĂ€chen nicht immer unbedingt desinfiziert werden mĂŒssen. Die „Apothekerkammer Niedersachsen“ erlĂ€utert, worauf Reisende und Daheimbleibende bei der Wahl eines Desinfektionsmittels achten sollten, sowie wann und wie man sie wirksam anwendet.

Andere und sich selbst schĂŒtzen

Obwohl die Corona-Virus-Infektionszahlen hierzulande momentan vergleichsweise niedrig sind, kann nicht ausgeschlossen werden, dass jemand das Virus in sich trĂ€gt und möglicherweise unbemerkt weitere Personen infiziert. Deshalb ist jeder dazu angehalten, andere und sich selbst zu schĂŒtzen, indem sie oder er einen Mindestabstand von anderthalb Metern einhĂ€lt, in geschlossenen RĂ€umen einen Mund-Nasen-Schutz trĂ€gt und sich regelmĂ€ĂŸig die HĂ€nde wĂ€scht. Doch was ist zu tun, wenn gerade kein Waschbecken zu finden ist? In solchen FĂ€llen empfiehlt es sich, ein geeignetes HĂ€nde-Desinfektionsmittel von guter QualitĂ€t zu nutzen. Nicht ohne Grund griff der Gesetzgeber jĂŒngst auf die etablierte ApothekenqualitĂ€t zurĂŒck und ließ per AllgemeinverfĂŒgung zu, dass Desinfektionsmittel innerhalb der Pandemie in Apotheken hergestellt werden dĂŒrfen. Diesem QualitĂ€tsstandard dĂŒrfen auch die Verbraucher vertrauen.

Mittel der Wahl riechen nach Alkohol und kĂŒhlen

Qualitativ hochwertige HĂ€ndedesinfektionsmittel kann man an ihrem Geruch erkennen. Sie riechen deutlich nach ihren Hauptinhaltsstoffen, etwa nach den Alkoholen Isopropanol oder Ethanol. Charakteristisch ist zudem ein kĂŒhlendes GefĂŒhl, das durch die VerdunstungskĂ€lte des Alkohols auf der Haut versursacht wird. Verbreitet ein PrĂ€parat einen Chlorgeruch, darf es nicht fĂŒr die HĂ€nde eingesetzt werden. Möglicherweise enthĂ€lt es Natriumhypochlorit und kann somit die Haut reizen. Vorsicht ist auch bei Mitteln geboten, die die Haut wie Wasser benetzen, nicht abtrocknen und nicht alkoholisch riechen.

Anti-bakterielle Gele unwirksam gegen Viren

Zur Desinfektion von intakter Haut eignen sich also Alkohole wie Ethanol und Isopropanol. Deren MischungsverhĂ€ltnis entscheidet, wie ein Mittel wirkt. Achtung: Wunden dĂŒrfen nicht mit diesen Substanzen desinfiziert werden, denn sie verursachen Haut-Irritationen und starkes Brennen. Gegen das Coronavirus (SARS-CoV-2), das zur Gruppe der sogenannten behĂŒllten Viren gehört, lassen sich Mittel einsetzen, die als „begrenzt viruzid“ oder „viruzid“ bezeichnet werden. WĂ€hrend Erstere ĂŒblicherweise nur behĂŒllte Viren beseitigen, töten Zweitere sowohl behĂŒllte als auch unbehĂŒllte Viren ab. Beliebte Hygiene-Handgele, auf denen „anti-bakteriell“ oder „bakterizid“ zu lesen ist, wirken nur gegen Bakterien und nicht gegen Viren.

Einwirkzeit und Menge beachten

Um die richtige Wirkung zu erzielen, mĂŒssen HĂ€nde-Desinfektionsmittel korrekt gehandhabt werden. Je nach PrĂ€parat sollte es im Alltag beispielsweise mindestens 30 Sekunden einwirken oder auch zwei mal 30 Sekunden. Über die korrekte Dauer informiert der Apotheker des Vertrauens. Damit man eine ausreichende Menge nimmt, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen die eigene Hand als Maß: Die Kuhle der hohlen Hand sollte vollstĂ€ndig mit Lösung gefĂŒllt sein. Nun sollte diese nach einem festen Schema verrieben werden. Dabei sind die FingerzwischenrĂ€ume, der Daumen, die Fingerkuppen und die Handgelenke nicht zu vergessen.

OberflĂ€chen-Desinfektion fĂŒr Erkrankte und Risiko-Patienten

Ob draußen oder drinnen: Sollen sich Viren auf OberflĂ€chen nicht verbreiten, ist es am wichtigsten, die Bereiche mit Reinigungsmitteln angemessen zu sĂ€ubern. Eine routinemĂ€ĂŸige FlĂ€chendesinfektion außerhalb von KrankenhĂ€usern, Laboren und Lebensmittelbetrieben empfiehlt das Robert Koch-Institut (RKI) dagegen auch in der aktuellen Pandemie nicht. Ausgenommen hiervon ist das hĂ€usliche Umfeld von Patienten, die an „COVID-19“ erkrankt sind sowie von Personen, deren Ansteckungsrisiko beispielsweise wegen einer Krankheit, einer ImmunschwĂ€che oder einer Chemotherapie besonders hoch ist. Diejenigen, die diese Patienten versorgen, mĂŒssen eine konsequente Handhygiene befolgen. Außerdem sollten sie OberflĂ€chen im SanitĂ€rbereich, TĂŒrklinken, HandlĂ€ufe, Lichtschalter und Tische sowie Fußböden desinfizieren. Dabei kommen teilweise andere Wirkstoffe als bei der HĂ€ndedesinfektion zum Einsatz: Neben Alkoholen wie Isopropanol werden quartĂ€re Ammonium-Verbindungen, die hĂ€ufig in Desinfektionsmitteln enthalten sind, Aldehyde und andere Reinigungsmittel verwendet. Angehörige, die sich dauerhaft um Risiko-Patienten kĂŒmmern, können bei der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse monatliche Pflegehilfsmittel beantragen, die unter anderem FlĂ€chen- und HĂ€nde-Desinfektionsmittel beinhalten.

Wischen vertrĂ€glicher und wirksamer als sprĂŒhen

Es gibt Desinfektionsmittel, die zwar sowohl fĂŒr die HĂ€nde- als auch fĂŒr die FlĂ€chen-Desinfektion deklariert sind, bei denen jedoch besondere Vorsicht geboten ist. Sie enthalten kritische Inhaltsstoffe, die in höheren Konzentrationen nach Gefahrstoffverordnung als gesundheitsgefĂ€hrdend und hautreizend eingestuft sind. DarĂŒber hinaus sollte man mit SprĂŒhprĂ€paraten behutsam umgehen. Beim VersprĂŒhen können die Aerosole eingeatmet und die SchleimhĂ€ute gereizt werden. Eine sogenannte Scheuer-Wisch-Desinfektion mit Tuch und Desinfektionsmittel oder mit bereits getrĂ€nkten TĂŒchern ist zum einen vertrĂ€glicher und zum anderen laut „RKI“ wirksamer als eine SprĂŒhdesinfektion.

Desinfektionsmittel-Herstellung in Apotheken nur vorĂŒbergehend?

Mit der Ausbreitung des Corona-Virus in den vergangenen Monaten stieg auch die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln rasant an. Weil industriell gefertigte Produkte teilweise nicht mehr geliefert werden konnten, erlaubte eine behördliche AllgemeinverfĂŒgung, bestimmte Mittel zur HĂ€nde-Desinfektion, sogenannte Biozide, gemĂ€ĂŸ „EU-Biozidverordnung“ in Apotheken herzustellen. Was bis dato nicht zulĂ€ssig war, gestattete nun die Bundesstelle fĂŒr Chemikalien, die bei der „Bundesanstalt fĂŒr Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)“ ansĂ€ssig ist. Im Zuge dessen wurde es Apotheken außerdem erlaubt, Alkohol steuerfrei zu verwenden. WĂ€hrend dies nun verlĂ€ngert bis 31. Dezember 2020 genehmigt wird, dĂŒrfen FlĂ€chen-Desinfektionsmittel wiederum nur bis Ende September und HĂ€nde-Desinfektionsmittel bis 6. Oktober 2020 in den Apotheken hergestellt werden. Um weiterhin zuverlĂ€ssig, sicher und gefahrlos Desinfektionsmittel in der Apotheke herstellen zu können, mĂŒssen die Ausnahme-Regelungen verlĂ€ngert oder dauerhafte Änderungen umgesetzt werden.

INFO: 06 / 2013

Erste Hilfe bei Hitzschlag und Sonnenstich

An heißen Tagen richtig handeln

HANNOVER (ak).  Wer in den SĂŒden in Urlaub fĂ€hrt, sucht die Sonne und die Hitze. Doch dies kann tĂŒckisch sein. Bei Strandtagen oder Wanderungen durch die Natur wird noch an den Sonnenschutz gedacht, doch die Gefahren von Hitzschlag und Sonnenstich werden hĂ€ufig unterschĂ€tzt. Daher sollten sich Reisende vor Urlaubsbeginn ĂŒber Symptome, Behandlung und Vorsichtsmaßnahmen informieren. Die Apothekerkammer Niedersachsen erklĂ€rt, worauf Urlauber achten sollten.

Symptome Sonnenstich

Der Sonnenstich ist die unmittelbare Folge einer ĂŒbermĂ€ĂŸigen ErwĂ€rmung der SchĂ€deldecke, meist durch intensive Sonnenstrahlen. Das reizt die HirnhĂ€ute und es kommt zu einer Schwellung, die sich auf das Gehirn auswirken kann. Kopfschmerzen und Übelkeit bis zum Erbrechen sind die Folge. Charakteristisch sind zudem Nackensteifigkeit (als Ausdruck der Hirnhautreizung), ein roter Kopf, Kopfschmerz und Desorientiertheit. Die Körpertemperatur ist aber normal.

Symptome Hitzschlag

Der Hitzschlag ist die Folge eines allgemeinen Hitzestaus im Körper. Durch starke Hitze und körperliche Belastung steigt die Körpertemperatur schnell auf ĂŒber 39 Grad an. Ein Hitzschlag tritt insbesondere bei warmer und gleichzeitig feuchter Luft auf, wenn die ĂŒberschĂŒssige WĂ€rme nicht durch kĂŒhlenden Schweiß abgeleitet werden kann. Dies ist zum Beispiel bei Gewitterlagen oder bei Veranstaltungen in geschlossenen RĂ€umen mit schwĂŒler, unbewegter Luft der Fall. Neben der erhöhten Körpertemperatur sind zunĂ€chst rote Haut, spĂ€ter zunehmende BlĂ€sse und aschfahles Aussehen, sowie Kopfschmerz, Schwindel, Erbrechen mit Blutdruckabfall und Bewusstseinsstörungen typische Symptome.

Behandlung bei Sonnenstich

ZunĂ€chst muss der Patient natĂŒrlich aus der Sonne. Der Kopf sollte mithilfe nasser TĂŒcher gekĂŒhlt werden. Niemals sollte der ganze Körper heruntergekĂŒhlt werden, vielmehr ist es wichtig, die KörperwĂ€rme unbedingt zu erhalten. Weiterhin ist es sinnvoll, die Kleidung fĂŒr eine bessere Durchblutung zu lockern. Ist der Patient bei Bewusstsein, sollte ihm FlĂŒssigkeit in Form von Wasser, Tee oder sogenannten Iso-Drinks angeboten werden. Alkohol ist tabu.

Behandlung bei Hitzschlag

Auch hier sollte der Patient an einen kĂŒhlen Ort gebracht, die Kleidung gelockert und ihm Luft zugefĂ€chelt werden, um die Körpertemperatur vorsichtig und langsam zu senken. Ist die Person ansprechbar, sollte ihr Oberkörper höher gelagert werden. Eine bewusstlose Person ist bis zur Ankunft des Notarztes in der stabilen Seitenlage zu halten.

Vorbeugung

FĂŒr alle gilt: Viel trinken und insbesondere in der Mittagszeit die direkte Sonneneinstrahlung meiden. Gerade Senioren vergessen hĂ€ufig zu trinken. Es sollte immer ausreichend Wasser oder Saftschorle als Erinnerung griffbereit in Sichtweite stehen. Eine Kopfbedeckung und luftige Kleidung, die dem Körper ein leichtes Schwitzen ermöglicht, sind elementar. Leichte Kost wie Obst und GemĂŒse entlastet den Körper.

Bei SĂ€uglingen und Kleinkindern ist die Kopfbedeckung ganz besonders wichtig, da der Kopf im VerhĂ€ltnis zum Körper bei Kindern viel grĂ¶ĂŸer ist als bei Erwachsenen. Ebenso fehlt schĂŒtzendes Haar.

Schwere körperliche Belastungen gilt es zu vermeiden. Wer sich beruflich oder privat bei großer Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit viel bewegen muss, sollte sich dieser besonderen Situation bewusst sein, sehr viel trinken und ausreichend Pausen einplanen. Als Faustregel gilt: Der Urin sollte immer mindestens hellgelb sein. BewĂ€hrt hat sich warmer Tee, da er sowohl FlĂŒssigkeit zufĂŒhrt als auch den Körper schwitzen lĂ€sst.

Sportler sollten auf eine gute Mineralstoffversorgung, insbesondere mit Magnesium, achten. Hier hilft ein GesprÀch mit dem Apotheker.

GeÀndert:  07 / 2020