„Celler Scene“

Wissen, was los ist ...

POLIZEI
Allgemeine Infos


Übersicht

  • Unfallflucht
    Verhalten und Konsequenzen
  • Achtung bei Nutzung von Elektro-Kleinfahrzeugen –
    Hoverboard, E-Scooter & Co. lassen grĂŒĂŸen!
  • Urlaubszeit ist Einbruchszeit
  • Zivilcourage ist unverzichtbar!

Unfallflucht

Verhalten und Konsequenzen

„Stadt-Magazin Celler Scene“ befragte zwei Beamte der Polizeiinspektion Celle zum Thema „Unfallflucht“ – eine Tat, die einerseits gesellschaftlich betrachtet ein geradezu asoziales Verhalten darstellt, andererseits aber auch strafrechtlich relevant ist.

„Celler Scene“: Wie verhĂ€lt man sich, wenn man Zeuge einer offensichtlichen Unfallflucht wird (z. B. mögliche BeschĂ€digung eines Fahrzeugs beim Ausparken)?

Guido Koch: Man sollte sich das Kennzeichen merken und unverzĂŒglich die Polizei benachrichtigen.

„Celler Scene“: Das PhĂ€nomen der Unfallflucht, das man regelmĂ€ĂŸig auch den Polizeimeldungen entnehmen kann, scheint nicht abzureißen. Manchmal handelt es sich um simple BlechschĂ€den beim Ausparken, manchmal um das Anfahren von Fahrradfahren oder FußgĂ€ngern, ohne sich um die Opfer zu kĂŒnmmern. Welche polizeiliche Folgen hat das eigentlich fĂŒr die TĂ€ter, sofern sie denn erwischt werden?

Thorsten Wallheinke: Verkehrsunfallfluchten sind in Bereich der Polizeiinspektion leider keine Seltenheit. Abgesehen von den vergleichsweise eher selteneren, großen und schwerwiegenden UnfĂ€llen mit hohen Sach- oder auch PersonenschĂ€den, sind oftmals die sogenannten ‚Parkrempler‘ besonders Ă€rgerlich fĂŒr geschĂ€digte Fahrzeugbesitzer. In den Augen er Verursacher scheint es sich dabei eher um Kleinigkeiten zu handeln, die, falls es die GeschĂ€digten ĂŒberhaupt merken, offenbar nicht der Rede wert sind. Doch bei der heutigen Bauweise der Autos schlagen diese vermeintlichen kleinen SchĂ€den, bei fachmĂ€nnischer Reparatur, oftmals mit 500 Euro und mehr zu Buche. Von einem Kavaliersdelikt kann also keine Rede sein.

Eine Unfallflucht begeht, wer im öffentlichen Verkehrsraum einen Fremdschaden / Personenschaden verursacht hat und seine Personalien, Angaben zu seinem Fahrzeug sowie die Art seiner Beteiligung gegenĂŒber Unfallbeteiligten und GeschĂ€digten nicht ermöglicht hat. Der Verursacher also hat eine angemessene Zeit, zu warten und die Polizei zu informieren, wenn kein anderer Beteiligter anzutreffen war. Das Hinterlegen eines Zettels an der Windschutzscheibe wird nicht als ausreichend angesehen.

Die Strafen sind empfindlich und reichen von der VerhÀngung einer Geldstrafe bis hin zu einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren. In bedeutenden FÀllen gehen diese auch mit einer Entziehung der Fahrerlaubnis einher. Das Gericht kann die Strafe mildern oder auch ganz von Strafe absehen, wenn der Unfallbeteiligte innerhalb von 24 Stunden freiwillig die erforderlichen Feststellungen ermöglicht.

Achtung bei Nutzung von Elektro-Kleinfahrzeugen

Hoverboard, E-Scooter & Co. lassen grĂŒĂŸen!

CELLE.  Nun ist seit Mitte Juni 2019 die „Elektro-Kleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV)“ in der Welt. TatsĂ€chlich ist ihr Name noch etwas komplizierter. Auch die Nutzungsbestimmungen der verschiedenen kleinen Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb sind nicht so einfach.

Letztlich kann nur jedem empfohlen werden, einmal im Internet auf der Seite des Deutschen Verkehrsrates oder beim Bundesverkehrsministerium Nachschau zu halten.

Als wesentliche Punkte seien angemerkt, dass das Fahrzeug nach dieser Verordnung nicht schneller als 20 km/h sein darf und eine Lenk- oder Haltestange braucht. Dies ist zum Beispiel bei E-Scootern oder Segways der Fall, was allerdings nicht bedeutet, dass diese GerĂ€te in jedem Fall den weiteren Vorgaben entsprechen. NatĂŒrlich sind u. a. auch Vorschriften fĂŒr Licht und Bremsen zu beachten und eine Versicherung ist vonnöten, was mit einem Versicherungskennzeichen zu belegen ist.

Die fahrzeugfĂŒhrende Person muss mindestens 14 Jahre alt sein und darf keinesfalls den Gehweg befahren (es sei denn, ein gesondertes Schild erlaubt dies). Mit den erlaubten Fahrzeugen nach der neuen Verordnung gehört man auf Radweg, Radfahrstreifen oder Fahrbahn.

Auf privatem GelÀnde darf sich jeder uneingeschrÀnkt mit Hoverboard, Onewheel oder elektrischen Rollschuhen bewegen. Wer von der Polizei im öffentlichen Verkehrsraum erwischt wird, muss damit rechnen, kontrolliert zu werden.
Tragen Sie zur Sicherheit immer einen Helm!

Schließlich möchte die Polizei Sie noch darauf hinweisen, dass fĂŒr diese Kraftfahrzeuge die ĂŒblichen Promille-Grenzen gelten.

Urlaubszeit ist Einbruchszeit

(Foto: de.freeimages.com / N. N.)

CELLE.  „Urlaubszeit ist Einbruchszeit“ – so heißt ein bekannter Ausspruch. Einbrecher haben zwar immer Saison, aber sicherlich verschafft die Abwesenheit der Hausbewohner im Urlaub den Kriminellen eine gĂŒnstigere Gelegenheit zum Einbruch.

Die Zahl der EinbrĂŒche ist glĂŒcklicherweise rĂŒcklĂ€ufig – dennoch beeinflusst ein Einbruch das SicherheitsgefĂŒhl und das Wohlbefinden der Opfer ganz erheblich.
Mit einfachen Tipps und Tricks lassen sich die eigenen vier WĂ€nde bereits sichern, aber eindeutig bleibt der wachsame Nachbar der beste Schutz gegen Einbrecher, erklĂ€rt Christian Riebandt, Beauftragter fĂŒr KriminalprĂ€vention der Polizei Celle.

Nutzen Sie die nachfolgenden zehn Tipps der Celler Polizei und schon können Sie beruhigter in den Urlaub starten:

  • Sind RolllĂ€den die ganze Zeit runtergelassen? Am einfachsten kann das Hoch- und Herunterfahren der RolllĂ€den durch eine automatische Zeitschaltuhr eingestellt werden. Ansonsten fragen Sie einfach einen zuverlĂ€ssigen Nachbarn. Wenn RolllĂ€den nicht dauerhaft unten sind, erweckt das den Eindruck, dass die Bewohner zu Hause sind.
  • Haben Sie Ihren Nachbarn informiert? Der aufmerksame Blick Ihres Nachbarn kann Gold wert sein, wenn Sie in den Urlaub fahren. Deshalb ist es sehr empfehlenswert, vertrauensvolle Nachbarn ĂŒber Ihre UrlaubsplĂ€ne zu informieren und sie zu bitten, ein Auge auf Ihr Haus oder die Wohnung zu haben.
  • Sind Fenster und TĂŒren allesamt abgeschlossen? Alle Fenster und TĂŒren sollten verriegelt sein, bevor Sie in den Urlaub fahren. Das ist eigentlich selbstverstĂ€ndlich, aber, wenn man es eilig hat, kann man es durchaus mal vergessen. HierfĂŒr sollten Sie sich dennoch ausreichend Zeit nehmen und alle ZugĂ€nge zum Haus, auch im Keller oder der Garage, ĂŒberprĂŒfen.
  • Wird der Briefkasten regelmĂ€ĂŸig geleert? Ihr Briefkasten sollte nicht ĂŒberquellen, denn nichts deutet mehr auf eine lĂ€ngere Abwesenheit hin. Sprechen sie mit Nachbarn und fragen Sie diese, ob sie Ihren Briefkasten regelmĂ€ĂŸig leeren können. Abonnements fĂŒr Zeitungen können in der Regel fĂŒr den Urlaubszeitraum abbestellt werden. Außerdem bietet die „Deutsche Post“ einen Lager-Service an, den Sie mit etwas Vorlaufzeit beantragen mĂŒssen. Dieser ist zwar kostenpflichtig, aber sehr praktisch.
  • Werden Lichter zufĂ€llig an- und ausgeschaltet? Mit einer Zeitschaltuhr oder Sensoren, die auf LichtstĂ€rke reagieren, können Sie Abhilfe schaffen. Solche GerĂ€te erhalten sie schon fĂŒr wenig Geld im Baumarkt, und die Bedienung ist einfach. Denn Einbrecher scheuen oftmals nichts mehr als Licht. Allerdings sollten Sie Ihren Nachbar des Vertrauens informieren, damit kein falscher Alarm ausgelöst wird.
  • Anrufbeantworter ausgeschaltet? Schalten Sie den Anrufbeantworter aus, denn Einbrecher machen laut Polizeiangaben hĂ€ufig vorab Kontrollanrufe. Falls Sie nicht auf den Anrufbeantworter verzichten können, besprechen Sie ihn neutral und ohne genaue Reisedaten. Unternehmer sollten sich grundsĂ€tzlich kritisch ĂŒberlegen, ob sie auf der Firmenhomepage oder in Zeitungen detailliert ĂŒber ihre Betriebsferien informieren wollen.
  • WertgegenstĂ€nde sicher deponiert? Wertvolle GegenstĂ€nde, wie Schmuck, sollten Sie im Safe oder in einem Schließfach aufbewahren. Machen Sie von allen versicherten GegenstĂ€nden Fotos (auch beispielsweise von einer teuren Couch) und verwahren Sie die Bilder und andere Belege, wie Quittungen, außerhalb der Wohnung. Wer es einfacher möchte, kann beispielsweise alle wichtigen Informationen einscannen und sich selbst per Mail schicken – so sind alle Fotos und Belege immer griffbereit.
  • AutoschlĂŒssel und -papiere getrennt? Machen Sie es Dieben so schwer wie möglich: Bewahren Sie Ihren FahrzeugschlĂŒssel und die dazugehörigen Papieren nicht zusammen in der Wohnung auf. Verstauen Sie die AutoschlĂŒssel idealerweise zusammen mit den WertgegenstĂ€nden in einem Schließfach.
  • KofferanhĂ€nger gut versteckt? Einbrecher lauern nicht selten an FlughĂ€fen und notieren sich die Informationen auf den KofferanhĂ€ngern. Verwenden Sie deshalb verschließbare Adresshinweise. Oder noch besser: Platzieren Sie Ihre Daten innerhalb des GepĂ€cks.
  • Soziale Netzwerke sensibel eingesetzt? Die Polizei rĂ€t bei Postings und Selfies aus dem Urlaub zu Ă€ußerster Vorsicht. Bedenken Sie: Auch Diebe könnten unter UmstĂ€nden durch die sozialen Netzwerke herausfinden, dass Sie sich gerade nicht an ihrem Heimatort befinden.
  • Wenn Sie unsere Tipps berĂŒcksichtigt haben, können Sie Sicherheitsdefizite minimieren und damit Ihre Wohnung oder Haus wĂ€hrend der Abwesenheit vor Einbrechern schĂŒtzen.

GrundsĂ€tzlich schrecken zusĂ€tzliche mechanische Sicherungen an TĂŒren und Fenstern viele TĂ€ter ab und sind deshalb eine gute Investition. Durch staatliche Förderungen werden Modernisierungsmaßnahmen rund um den Einbruchschutz bezuschusst. All diejenigen, die ihren Urlaub in den heimischen UnterkĂŒnften verbringen, bittet die Polizei, bei verdĂ€chtigen Personen oder auch Fahrzeugen, Hinweise ĂŒber den Notruf 110 an die Polizei weiterzugeben. Jeder Hinweis kann nĂŒtzlich sein.

Kostenlose und neutrale Beratungen vor Ort zum Thema „Einbruchschutz“ können jederzeit mit Kriminalhauptkommissar Christian Riebandt unter Tel. (05141) 277-208 oder per Mail an christian.riebandt@polizei.niedersachsen.de vereinbart werden. Dieser Service richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Gewerbetreibende.

Zivilcourage ist unverzichtbar!

CELLE.  Das Thema „Zivilcourage“ wird immer dann in unser Bewusstsein gerĂŒckt, wenn Menschen Opfer von Gewalttaten werden und andere weggeschaut haben, statt zu helfen.

„Was geht's mich an?“ „Was kann ich schon tun?“ sind immer wieder die gleichen Fragen und EinwĂ€nde. Dabei kann Zivilcourage so einfach sein, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen, wenn gewisse Spielregeln beachtet werden. Wie dieses funktioniert, wird in der „NiedersĂ€chsischen Aktionswoche fĂŒr Zivilcourage“ dargestellt.

Es ist die Plattform fĂŒr Maßnahmen zur Förderung der Zivilcourage. Vordringliches Ziel ist es, die BĂŒrger und BĂŒrgerinnen fĂŒr das Thema Zivilcourage und zivilcouragiertes Handeln zu sensibilisieren und ihnen richtiges Verhalten in Notlagen anderer Menschen aufzuzeigen.

Die Polizeiinspektion Celle beteiligt sich an dieser Aktionswoche. Das PrĂ€ventionsteam der Polizei Celle wird jeweils eine Aktion in der Innenstadt am kommenden Mittwoch am Rande des Wochenmarktes und am Donnerstag an einer Schule durchfĂŒhren. Die Passanten und SchĂŒler werden auf das Thema „Zivilcourage“ angesprochen und informiert. Ihnen wird ein kleines KĂ€rtchen der bundesweiten Aktion „Tu was!“ ĂŒberreicht, welches in jede Geldbörse passt.

Auf dieser Karte werden die wichtigsten Handlungsalternativen kurz beschrieben. Das entscheidende Motto lautet: „Helfen, ohne selbst in Gefahr zu geraten!“

WĂ€hrend auf dessen Vorderseite die negative Beschreibung von PassivitĂ€t mit den Worten „weggeschaut, ignoriert, gekniffen“ dargestellt ist, beschreibt die RĂŒckseite sechs Regeln fĂŒr den Ernstfall in kurzer, einprĂ€gsamer Weise:

  • Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen
  • Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf
  • Ich beobachte genau und prĂ€ge mir TĂ€ter-Merkmale ein
  • Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110
  • Ich kĂŒmmere mich um Opfer
  • Ich stelle mich als Zeuge zur VerfĂŒgung

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.polizei-beratung.de oder bei dem PrÀventions-Team der Polizeiinspektion Celle unter Tel. (05141) 277-281.

GeÀndert:  11 / 2020