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Interview:
Stefan Eichardt
 


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„Stadt-Magazin Celler Scene“
im Drei-Punkte-Interview
mit dem 1. Vorsitzenden von „Kino Achteinhalb“
im Juni 2010



Im Januar 1995 als gemeinnützige „Kino Achteinhalb“ gegründet, waren es damals acht Gründungsmitglieder und ein gefühltes halbes (eines der frei schwebenden Teilchen in Form eines Freundes oder des Partners eines Mitglieds). Der Name leitet sich ab von Federico Fellin’s weltberühmtem Film „Achteinhalb“, der über die schöpferischen, geistigen und materiellen Krisen beim Film- und Kinomachen handelt – ein „Film im Film“, der in die Vision einer solidarischen, erlösten Welt mündet. Filmbeginn war im „Kino Achteinhalb“ immer 20:30 (achteinhalb) Uhr, und es wurde 8,50 (achteinhalb) D-Mark Eintritt genommen. Das Kino befindet sich in Halle 11 der CD-Kaserne und wird derzeit von dreizehneinhalb, ausschließlich ehrenamtlich arbeitenden, Mitgliedern betrieben. 15 Jahre „Kino Achteinhalb“ – Zeit, diese Initiative zu beleuchten. Gesprächspartner ist das Gründungsmitglied und der 1. Vorsitzende des „Kino Achteinhalb“, Stefan Eichardt.

„Celler Scene“: „Kino Achteinhalb“ ist gemütlich klein und hat sehr moderate Eintritts- und Getränkepreise. Das Programm hat gehobenes Programmkino-Niveau. Wie rechnet sich das überhaupt – als kommunales Kino ohne kommunale Förderung?

Stefan Eichardt: Wir betreiben das Kino – die Kosten für Film, Spielbetrieb und Technik – aus den Einnahmen durch Eintritt (5 €), den Erlös aus Verzehr und den monatlichen Beiträgen von 10 Euro je Mitglied und gelegentlichen Kino-Preisen, wie z. B. aktuell den „Landesfilmprogrammpreis für nichtgewerbliche Kinos für Niedersachsen / Bremen 2009“.
Wir haben das „Achteinhalb“ und die umliegenden Räumlichkeiten auf eigene Kosten grundlegend instand gesetzt: Heizkörper und Toiletten eingebaut, brandschutzgeprüften Fußboden verlegt und allgemein für den Brandschutz gesorgt. Im Gegenzuge benutzen wir die Räume mietfrei und haben eine Nebenkosten-Freipauschale.

„Celler Scene“: Apropos: Eintritt. Was hat es mit diesem sagenhaft günstigen Eintrittspreis von einem Euro beim Open Air-Kino auf sich? Und wie ist es eigentlich zu der Idee zu diesem Freiluft-Event im Französischen Garten gekommen?

Stefan Eichardt: Initiative und Idee hierzu stammen vom Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. Er lud mich im November 2009 zum Gespräch ein und trug seine Open Air-Vorstellungen an uns heran. Am Ende nahm es dann die Form an, wie sie öffentlich bekannt ist. Genau dort, wo das „Public Viewing“ zur Fußball-WM stattfindet, nutzen wir die vorhandene Technik an den spielfreien Tagen. Der Eintritt von einem Euro ist natürlich nicht im Geringsten dazu angetan, die extrem hohen Filmkosten beim Open Air zu decken. Öffentliches Kino ohne Eintritt ist untersagt. Mittels des Ein-Euro-Eintritts ermitteln wir die Kartenbasis, auf der wir mit dem Verleiher realistisch und marktgerecht abrechnen können.

„Celler Scene“: Ein so besonderes Kino hat sicherlich auch eine besondere Zielsetzung. Was gibt es dazu zu sagen?

Stefan Eichardt: Das „Achteinhalb“ sollte von Anfang an ein kommunikativer Ort sein. Ein Raum, in dem sich Menschen aller Alterstufen wohlfühlen können und der von unterschiedlichsten Menschen betreten werden kann. Wir machen während des Films eine 15-minütige Pause, in der die Theke geöffnet ist und man sich unterhalten kann. Diese Pause ist übrigens einmalig in der deutschen Kino-Landschaft.
Das „Achteinhalb“ ist auch kein gewerblicher, kein kommerzieller Ort – eher sogar agewerblich als anti-gewerblich und akommerziell als anti-kommerziell. Wir nehmen zwar Eintritt von unserem Publikum, dieser Eintritt deckt aber nicht die Kosten. Wir betrachten unser Publikum als unsere Gäste, die unsere Einladung angenommen haben, und nicht als Konsumenten, die ins „Achteinhalb“ kommen sollen, um hier im Grunde nur ihr Geld zu lassen. Wir verzichten auch auf jegliche Werbung im Kino, sogar auf Trailer. Wir locken unser Publikum nicht mit Versprechungen und Etikettierungen in unsere Filme, lassen unserem Zuschauer nicht von der Werbung vorschreiben, was er zu sehen hat. Wir heften uns daher weder ein plakatives Etikett wie „Kunstfilmkino“ oder wie „alternatives Kino“ an. Genauso zeigen wir auch ausgesuchte Filme, die nicht durch die Medien bekannt gemacht worden sind oder durch Star-Schauspieler eine Qualität oder Attraktion versprechen, die sie dann manchmal nicht einhalten. Wir überlassen es dem Publikum selbst, uns und unsere Filme für sich zu entdecken und einzuordnen.
Der Film „Der Hals der Giraffe“ beispielsweise ist so eine Perle aus der Schatzkiste des „Achteinhalb“, den es zu entdecken gilt.

„Celler Scene“: Stefan, vielen Dank für diese erschöpfende Auskunft.





Letzte Änderung:  26.08.2016
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